Regenerative Energieformen sollen und müssen vorangebracht werden, jedoch nicht, wenn sie mehr Schaden als Nutzen bringen. Davon ist der Trebgaster Manfred Sesselmann, ein begeisterter Fliegenfischer, überzeugt. Daher hat er sich über Äußerungen von Vertretern der Interessengemeinschaft "Strom aus Wasserkraft" (die BR berichtete) maßlos geärgert. In einem Fachmagazin habe er gelesen, dass Tausende neuer Wasserkraftanlagen geplant sind, obwohl diese katastrophale Zerstörungen an den letzten wilden Flüssen anrichten, Millionen Fische töten und zudem nicht effizient sind.

Märchenerzähler am Werk

Für Sesselmann steht fest: "Die kleinen Wasserkraftwerke richten riesige ökologische Schäden an." Besagte Interessengemeinschaft habe von einer Zerstörung von Existenzen und vom Kahlschlag in der Gewässerökologie gesprochen. "Das sind Märchenerzähler, die da am Werk sind."

Was ihn vor allem auf die Palme bringt, ist, dass die Betreiber den Behörden vorwerfen, mit "fadenscheinige ökologische Begründungen" die Wasserkraft kaputtzumachen. "Die Vorgaben, die mit einer Wasserrahmenrichtlinie der EU entstanden sind, gelten auch für die Betreiber, und dafür hat es auch Geld gegeben." Danach sei Wasser keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden müsse. Für Sesselmann geht es in keiner Weise um die Durchgängigkeit für sämtliche Fische. Dass die Kosten für eine Fischtreppe auf bis zu 200 000 Euro geschätzt werden, hält er für Unsinn. "Es gibt in ganz Oberfranken nur eine, die 100 000 Euro gekostet hat." Das sei alles extrem übertrieben. Der Trebgaster spricht von einem "Jammern auf hohem Niveau". Wasserkraftbetreiber, die vor 2014 eine Fischtreppe errichtet hätten, bekämen drei Cent mehr pro Kilowattstunde als finanziellen Ausgleich.

Das Argument, dass man vor 100 Jahren, als es noch viele Wasserkraftanlagen gab, wesentlich mehr Arten beobachten konnte als heute, lässt Manfred Sesselmann gelten. "Aber da waren auch noch nicht so viele Verbauungen da. Ein Wasserrad ist zum Beispiel nicht täglich über 24 Stunden gelaufen wie eine Turbine."

Der Trebgaster ist froh, dass die neue Leiterin am Wasserwirtschaftsamt Hof ein Umsetzungskonzept abarbeitet. Zudem sollten die Staulinien auch vom Landratsamt überwacht werden. Kein Verständnis hat er dafür, dass Umweltminister Thorsten Glauber den Bau von Kleinkraftwasseranlagen fördert. Stattdessen sollte er sich Gedanken machen, wie eine weitere Zerstörung der Umwelt verhindert werden kann. "An allen Kraftwerken geht die Fischwanderung flussabwärts durch die Turbinen." Rei.