Untätigkeit lässt sich Daniel Wehner (CSU), 1. Bürgermeister des Marktes, nicht vorwerfen. Das zeigte sich deutlich bei der Bürgerversammlung in der Lauterer Schule. Zahlreiche neue Baugebiete sind am entstehen, Geld fließt in Kindergärten und den Hort. Die Mission des Rathauschefs: Den Markt attraktiv zu halten.

Ein neues Baugebiet entsteht beispielsweise zwischen Katzenbach und Lauter. 14 Bauplätze soll es dort geben. "Bei den Kosten möchte ich dem Gemeinderat nicht vorgreifen", äußerte sich Daniel Wehner. Fertig sein soll das Areal 2022. Einen ersten Einblick gab es trotzdem: "Sonst haben wir festgelegt, wann begonnen wird - jetzt haben wir der Firma ein Enddatum genannt. Das macht es günstiger." Bewerbungen auf die Bauplätze sind erst möglich, wenn der Spatenstich gemacht ist. Das habe die Kommune auch in den anderen Baugebieten so praktiziert.

Kosten stehen dagegen für den "Brennofen" fest. Dort gehen die Bauarbeiten derzeit in die letzte Phase. Die Erschließung kostete die Kommune 1,9 Millionen Euro. "Es war teuer. Wir haben einen getrennten Kanal gebraucht." Für die 25 Bauplätze stehen bereits 24 Bauwerber auf der Warteliste. Flächen für Häuslebauer gibt es auch in Waldfenster. Dort sollen zehn bis zwölf Plätze im neuen Areal "Am Schusterwald" entstehen.

Ein Großprojekt der Kommune ist der Hort in Lauter. 100 Kinder sollen dort ab 2022 Platz finden. Der Bedarf liegt derzeit bei etwa 70 Kindern. Ob der Termin haltbar ist, sei noch nicht sicher. Die Kosten für die Bauarbeiten liegen bei 3,2 Millionen Euro. Nach Abzug eines Zuschusses von 1,1 Millionen Euro entfallen auf den Markt noch 2,1 Millionen Euro. Ob weitere Fördermittel fließen, ist noch nicht klar. Für den Hort sucht die Kommune noch einen Betreiber.

Der Teilabriss und -Neubau des Kindergartens in Burkardroth schlägt mit 3,5 Millionen Euro zu Buche. Hier erwartet die Verwaltung ebenfalls Zuschüsse. Noch keine Kosten gibt es zu dem Kindergarten in Gefäll. Das Gebäude entspricht nicht mehr den aktuellen Standards. Das bestehende Gebäude möchte der Markt abreißen und an seiner Stelle einen Neubau errichten. Wie am Hort laufen auch hier Gespräche wegen des Betreibers.

Hohe Kosten beim Kanalbau

Viel Geld fließt in den kommenden Jahren in den Untergrund - etwa im Bereich der Brunnengasse und Bergstraße. Dort braucht es einen neuen Kanal. 2,5 Millionen Euro hat die Kommune dafür veranschlagt. "Es ist eine Baustelle, die keinen Spaß macht. Du machst die Straße auf, vergräbst was, asphaltierst, und siehst nichts vom Geld", sagte der Rathauschef. Demnächst soll eine Anliegerversammlung stattfinden. Die Bauarbeiten sollen noch diesen Herbst beginnen.

Eine Attraktion für Kinder ist der neue Spielplatz an der "Alten Schuel" in Stralsbach. Abgeschlossen ist die Sanierung der Mittelschule in Burkardroth. "Es ist kein Stein auf dem anderen geblieben", sagte Wehner. Das schlug sich auch in den Kosten nieder, die der Bürgermeister mit 5,2 Millionen Euro bezifferte. "Der Schulstandort ist für die nächsten Jahre sicher. Deshalb war es uns das Geld wert." Die Sicherheit leitete Wehner von den Geburtenstatistiken ab. "Die Einwohnerzahl steigt wieder." Im vergangenen Jahr verzeichnete der Markt ein Plus von knapp 80 Einwohnern. Insgesamt hatte Burkardroth mit seinen zwölf Ortsteilen am 15. Juli 7487 Einwohner. Um den Einwohnern von Burkardroth, Wollbach und Zahlbach etwas zu bieten, plant die Kommune das alte Thermostat- und Schaltgerätebau-Gebäude in Wollbach umzubauen. Dem Bürgermeister schwebt vor, ein Pendant zur "Alten Schuel" in Stralsbach zu schaffen. "Da müssen wir aber erst noch einmal darüber sprechen."

Feuerwehren im Fokus

Viel Geld soll auch an die Wehren fließen. In Oehrberg entsteht ein neues Gebäude für die Floriansjünger. Premich, Stralsbach, Wollbach, Burkardroth und Zahlbach haben ebenfalls Bedarf. Für die Floriansjünger in Frauenroth und Gefäll gibt es neue Autos. "In den Bereich fließen Millionen. Aber der jüngste Brand hat uns gezeigt, wie wichtig die Wehren sind." Den Geldbeutel öffnete die Kommune auch für die Außenanlage der Waldfensterer Kirche. Mit 460 000 Euro beteiligte sich der Markt. 200 000 Euro davon sponsort das Amt für ländliche Entwicklung.

Am Waldfensterer Weiher soll seit langem ein Naherholungsgebiet entstehen. Dort stellt sich noch die Frage, ob der Schlamm am Boden belastet ist. "Es ist ein Projekt, dass ich endlich abhaken möchte. Es bläht den Haushalt auf." Arbeiten stehen auch an zahlreichen kleinen Brücken in der Kommune an. Vollendet sind dagegen beispielsweise der Spielplatz in Stralsbach, die Sanierung des Rathauses, der Abbau der Hochspannungsleitungen und auch die Engstelle im Waldfensterer Stationsweg ist beseitigt. Für Bauprojekte und ähnliches hat die Kommune im diesjährigen Vermögenshaushalt 8,9 Millionen Euro angesetzt. 2020 waren es zehn Millionen Euro. Das Rechnungsergebnis lag bei 4,8 Millionen. "Wir konnten nicht alles, was wir uns vorgenommen hatten, umsetzen", erklärte der Bürgermeister. Der Verwaltungshaushalt ist von Kämmerer Heiko Schuhmann mit rund 15,2 Millionen Euro ähnlich angesetzt wie im vergangenen Jahr. Das letztjährige Rechnungsergebnis waren etwa 16,3 Millionen Euro. "Wir hatten trotz Pandemie große Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer", begründete Daniel Wehner das Ergebnis. Aus den Rücklagen sollen 4,3 Millionen Euro entnommen werden. Eine Kreditaufnahme ist nicht geplant, der Schuldenstand ist bei Null.

Fragen zur Politik im Rathaus gab es wenige. Berthold Kröckel aus Stralsbach verwies auf die Geruchsproblematik des Kanals. Diese sei besser geworden, aber immer noch nicht verschwunden. Das war der Kommune bewusst. Kämmerer Heiko Schuhmann sagte: "Wir haben nach wie vor kein optimales Ergebnis." Daniel Wehner betonte, dass die Verwaltung daran arbeite.

Wasserverluste sinken

Thema waren auch die löchrigen Wasserleitungen. Hier sei die Kommune auf einem guten Weg. "Wir haben massive Schäden gefunden. Wir bringen die Verluste runter, das Messgerät funktioniert", teilte Daniel Wehner mit.

Langsamer geht es beim interkommunalen Gewerbegebiet bei Stralsbach voran. "Es ist ein Gespräch angesetzt. Bad Kissingen soll sich entscheiden. Ich möchte weiter kommen, interessierte Firmen fragen bei mir regelmäßig den Sachstand ab. Wir sind bereit und warten auf eine klare Ansage aus Bad Kissingen." Die Anregung eines der etwa 30 Anwesenden, das Straßenbauamt wegen einer optischen Aufwertung der Kreisel-Insel zu kontaktieren, nahm der Burkardrother Rathauschef dankend an.