Die Gemeinde Ludwigschorgast wird an der "Alten Wirsberger Straße" ein weiteres Wohnbaugebiet erschließen. Einstimmig stellte der Marktgemeinderat am Dienstagabend die Weichen für die Ausweisung von elf Parzellen. Wie Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani (CSU) erläuterte, soll der Bebauungsplan in einem beschleunigten Verfahren eingeleitet und abgewickelt und von einer Umweltprüfung abgesehen werden.

Die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche grenzt an das Baugebiet "An der Alten Wirsberger Straße I" an.

Gegenverkehr möglich

Wie Architektin Gitta Kestel aufzeigte, sei die geplante Erschließungsstraße mit einer Breite von rund sechs Metern auch für den Gegenverkehr geeignet. "Insgesamt umfasst das Baugebiet eine Fläche von knapp 12 000 Quadratmetern. Die Parzellen sind zwischen 680 und 925 Quadratmeter groß."

Bei den elf Einzelhäusern mit bis zu zwei Wohneinheiten geht die Gemeinde von einem Zuwachs von 55 Einwohner ausgegangen. Und die alternativ mögliche Mehrfamilienhausbebauung auf drei Parzellen, die der Grundstückseigentümer für den Bedarfsfall ausdrücklich wünscht, würde die mögliche Einwohnerzahl noch weiter erhöhen.

Gitta Kestel sprach auch den Immissionsschutz an, denn das Baugebiet befindet sich nördlich der Bundesstraße 303, die südlichste Ecke liegt nur rund 180 Meter von der B 303 entfernt. Für das weitere Bauleitplanverfahren sei daher ein Lärmschutzgutachten notwendig. Feststeht aber, dass die Grenzwerte für ein allgemeines Wohngebiet sowohl tagsüber als auch in der Nacht geringfügig überschritten werden.

Eine talseitige bauliche Lärmschutzmaßnahme direkt an der B 303 ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Dies bekräftigte auch Tobias Braunersreuther (SPD).

Als verbindlich vorgeschrieben wird im Bebauungsplan der passive Lärmschutz mit dem Einbau von Schallschutzfenstern und von mechanischen Lüftungsanlagen in Schlafräumen, die der Bundesstraße zugewandt angeordnet sind und nur ein Fenster in Richtung der Bundesstraße haben.

Zum bestehenden Baugebiet besteht derzeit ein Randeingrünungsstreifen auf einem eigenen Grundstück der Marktgemeinde mit einer Breite von fünf Metern und einer Fläche von 930 Quadratmetern.

Dieser Streifen wird den neuen Parzellen zugeschlagen und dafür als Ersatzfläche ein neuer, öffentlicher Randeingrünungsstreifen entlang der neuen Südost- und Südwestgrenzen ausgewiesen. Die Größe dieser Ausgleichsfläche beläuft sich auf 969 Quadratmeter.

Der Erhalt, die Reduktion oder auch das Roden des bestehenden Bewuchses wird den künftigen Grundstückseigentümern freigestellt.

Die Verwaltung wurde beauftragt, die öffentliche Auslegung mit gleichzeitiger Beteiligung der Träger öffentlicher Belange durchzuführen. Rei.