Bewegung, gesunde Ernährung und ab und an ein Gläschen Sekt sind ihr Lebenselixier. Adolfine Sikora aus Forchheim feierte jetzt ihren 90. Geburtstag - und dieses stolze Alter ist der zierlichen und rüstigen Dame, der es geistig und körperlich an nichts fehlt, kaum anzumerken.
Sie nimmt keine einzige Tablette, ihre Brille nur zum Lesen, lediglich ein paar Augentropfen sind notwendig. Ihren Haushalt stemmt sie alleine, auch ihren Garten pflegt sie unverändert selbst.
Bis heute macht sie täglich eine halbe Stunde ihre Gymnastik-Übungen. "Die sind das A und O für mein hohes Alter, deshalb bin ich auch noch so fit" lachte die Forchheimerin und stellte ihre sportliche Fitness mit einer Liegestütze flugs unter Beweis. Dass sie sich dafür ein Leben lang ausgeruht hat, kann man aber wahrlich nicht behaupten.
Adolfine Sikora, deren Leben im Okober 1926 in Schönhengstgau im Sudetenland begann, erlebte den Zweiten Weltkrieg mitsamt der Vertreibung aus ihrer Heimat. Das war 1946.
Wie viele Leidensgenossen kam sie in ihrer neuen fränkischen Heimat in Viehwaggons an. Bald hatte sie Arbeit gefunden, vorerst in der Landwirtschaft, dann in ihrem erlernten Beruf als Zigarren-Rollerin in Bamberg. Später war sie bei der Bahn tätig. Auf dem Tanzboden lernte sie ihren Kurt kennen, den sie 1949 heiratete. Bis 1972 lebten sie in Hallstadt, bevor die inzwischen vierköpfige Familie in ihr Eigenheim nach Forchheim zog, in dem sich die Seniorin bis heute wohlfühlt.
"Gespart und gearbeitet haben wir immer, wir hatten nicht einen einzigen Tag Urlaub" erzählte sie, "und waren rundum zufrieden und glücklich."


67 glückliche Ehejahre

Vor fünf Wochen verstarb ihr Kurt nach 67 glücklichen Ehejahren. Tochter Karin und Sohn Horst sowie die fünf Enkel und elf Urenkel sind heute das größte Glück der 90-Jährigen. "Sie schenken mir so viel Liebe, das ist das Wichtigste. Bei uns ist jeder etwas besonderes, wir sind einfach füreinander da, es braucht oft keine Worte."