Lange haben sie auf diesen Tag gewartet: Am 29. Dezember war es dann endlich soweit, Edeltraud Seeberger und ihr Ehemann erhielten die erste von insgesamt zwei Impfungen gegen das Coronavirus im Bayerischen Impfzentrum in Lichtenfels.

Dass das Ehepaar aus Bad Staffelstein zu den Ersten gehört, die im Landkreis Lichtenfels den Impfstoff der Firma Bi oNTech erhalten haben, erreichte Edeltraud Seeberger durch Eigeninitiative und mit viel technischem Geschick.

Bereits im Vorfeld hatte sich die 85-Jährige im Internet über die Impfung und das Bayerischen Impfzentrum des Landkreises informiert. Dort war sie auf die Möglichkeit gestoßen, per Online-Anmeldung einen Impftermin zu vereinbaren. "Im Handy habe ich die Nachricht gelesen, dass der Impfstoff da ist. Dann bin ich sofort an den Computer gegangen und habe mich online angemeldet", erzählt Edeltraud Seeberger.

Drei Schritte zur Anmeldung

Die Online-Anmeldung, die über die Internetseite des Landratsamts Lichtenfels aufgerufen werden kann, umfasst drei Schritte. Zuerst muss der Besuchsgrund angegeben werden, also ob man über 80 Jahre alt ist, ob man in einem medizinischen Beruf oder in der Pflege arbeitet. Im nächsten Schritt werden die freien Termine mit Datum und Uhrzeit angezeigt, unter denen man sich seinen Wunschtermin aussuchen kann. Im dritten und letzten Schritt müssen Name, Geburtsdatum, Anschrift sowie eine E-Mail-Adresse genannt werden.

Nach dem Klick auf die Schaltfläche "Termin vereinbaren" wird eine Bestätigungsmail an die zuvor angegebene E-Mail-Adresse verschickt. Diese E-Mail gilt als Terminbestätigung und enthält zudem eine Auflistung aller Dokumente, die beim Besuch des Impfzentrums vorgelegt werden müssen.

"Das geht alles per Mausklick. Das ist eine ganz leichte Sache, sich da anzumelden", berichtet Edeltraud Seeberger. Nur ein Problem habe es bei der Anmeldung gegeben, denn für den letzten Schritt der Online-Anmeldung sieht die Webseite nur fünf Minuten vor. Nach Ablauf der Zeit wird der ausgewählte Termin automatisch storniert. "Für ältere Leute geht das etwas sehr schnell. Das wäre etwas, was geändert werden müsste", merkt Edeltraud Seeberger an. Betroffenen Senioren rät sie, sich für eine Online-Anmeldung Hilfe bei Kindern, Enkeln oder Nachbarn zu holen.

Gute Vorbereitung ist nützlich

Edeltraud Seeberger, für die auch WhatsApp, Skype und Facebook keine Fremdwörter sind, hat noch einen weiteren Tipp für einen reibungslosen Ablauf des Besuchs beim Impfzentrum: Gute Vorbereitung. Neben der Terminbestätigung müssen bei der Anmeldung vor Ort weitere Dokumente vorgelegt werden, wie Personalausweis, Impfpass, Krankenversicherungskarte sowie - falls vorhanden - eine Medikamentenliste, Allergikerausweis, Herzpass, Diabetikerausweis und Ähnliches.

Darüber hinaus müssen Aufklärungsbögen ausgefüllt und unterzeichnet werden. Diese können im Vorfeld auf der Internetseite des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege heruntergeladen und ausgedruckt werden. Zwar können diese Dokumente zur Impfaufklärung auch vor Ort im Impfzentrum gelesen und unterschrieben werden, doch die Vorbereitung zuhause war für Edeltraud Seeberger wichtig: "Das kann man gleich vorher alles ausfüllen und dann geht das natürlich beim Impfzentrum schneller."

Wie die Impfung abläuft

Mit dieser gründlichen Vorbereitung lief für das Ehepaar Seeberger am Impftag selbst alles ohne Probleme. Am Eingang des Impfzentrums in Lichtenfels wurden die beiden gefragt, ob sie alle notwendigen Dokumente dabei haben. Nach der Anmeldung wurde Fieber gemessen und nach Corona-Symptomen gefragt. "Als nächstes kam ein Arzt, der einen noch einmal befragt und aufgeklärt hat. Dann ist man in den nächsten Raum gegangen, und dort wurde man dann geimpft", erklärt Edeltraud Seeberger die verschiedenen Stationen, die sie im Impfzentrum durchlaufen hat. "Danach ist man dann noch einmal in einen anderen Raum gegangen, wo man sich etwa zehn Minuten ausruhen sollte. Dort sind dann zwei Damen gewesen, die Blutdruck gemessen haben."

In diesem letzten Raum erhalten die Patienten zudem den Impfnachweis und einen Termin für die zweite Impfung, die für eine vollständige Immunisierung notwendig ist.

Lob für das Personal

Nach einer guten halben Stunde konnte das Ehepaar Seeberger das Impfzentrum in Lichtenfels verlassen. Mit dem Ablauf und Personal ist Edeltraud Seeberger vollauf zufrieden: "Dort ist sehr viel Personal, und die sind sehr freundlich. Also auch ältere Menschen brauchen keine Angst zu haben. Wir waren begeistert, weil alle so nett waren", lobt sie die Beschäftigten.

Die Impfung selbst haben Edeltraud Seeberger und ihr Mann sehr gut vertragen, sagt sie. Unter den Ersten zu sein, die diese neu zugelassene Impfung erhalten haben, macht die Seebergers glücklich, auch wenn sie im Vorfeld ein wenig nervös waren, weil sie nicht wussten, wie die Impfung ablaufen wird.

Die vorherige Aufklärung über den Impfstoff und das Impfzentrum war für Edeltraud Seeberger wichtig, um etwaige Unsicherheiten abzubauen. "Ich habe mich vorher informiert, und es sind ja schon so viele Impfungen in Amerika und England gemacht worden. Dann habe ich nachgelesen, wie viele Leute Schwierigkeiten hatten, und das waren nicht viele", sagt sie. Edeltraud Seeberger und ihr Mann sind dankbar, nun weniger Angst vor einer Infektion mit Covid 19 haben zu müssen.