Karl-Heinz Hofmann In der Sitzung des Abwasserverbandes Kronach-Süd (AWV) am Mittwoch im Rathaus Küps konnte Verbandsvorsitzender Bernd Rebhan über große Fortschritte bei Baumaßnahmen im Bereich der Kläranlage in Nagel informieren. Auf dem Gelände des Klärwerks konnten im September dieses Jahres die über 1000 Module für eine Photovoltaikanlage installiert werden.

"Das Team von Münch-Energie aus Rugendorf leistete gute Arbeit", lobte Rebhan. Nachdem schon im Juni bereits wesentliche Arbeiten an der Trafostation durchgeführt wurden, konnten Anfang September die etwas über 1000 Module auf der circa 3000 Quadratmeter großen Fläche aufgestellt werden. Die 358 KWp (Kilowatt peak) starke Anlage muss jetzt noch geprüft und freigegeben werden. Dafür ist ein Termin für Anfang Dezember vorgesehen.

Erfreulich sei auch, dass die Kosten mit voraussichtlich 450 000 deutlich unter dem Kostenvoranschlag bleiben, da man statt Betonfundamenten die sogenannte Rammtechnik als Installationsvariante wählte. Die Photovoltaikanlage sollte in zehn Jahren amortisiert sein.

Rund 1,1 Millionen werden in die Sanierung des Bestandsgebäudes der Schlammpresse sowie in Schlammentwässerungstechnik (Maschinen und Elektrotechnik) investiert. Die Sanierung des Schlammvorlagebehälters ist komplett erledigt, auch die Installation der Maschinentechnik war eine weitere erfreuliche Mitteilung.

Die Verbandsräte konnten weiter zur Kenntnis nehmen, dass in den vergangenen Monaten intensiv am Gebäude und der technischen Einrichtung für die neue Schlammpresse gearbeitet wurde. Die elektrischen Anschlüsse und die Leitungen für Brauchwasser wurden gelegt und die Außenflächen asphaltiert. Am Gebäude, für welches Ende Juli ein kleines Richtfest gefeiert werden konnte, sind die Dachdeckerarbeiten ebenso erledigt wie die Verblendung der Schlammabwurfhalle. Derzeit erfolgt die Feinjustierung der Schlammpresse, die flüssige Schlämme in feste Schlämme umwandelt. Dadurch wird das Volumen erheblich reduziert. Dabei erwartet man nicht nur Kosteneinsparung im Betrieb, sondern man rechnet auch mit über 100 Tonnen weniger, die zur Entsorgung an das Müllheizkraftwerk Coburg gegeben werden. Derzeit liegt der Preis pro Tonne bei circa 100 Euro, so der Verbandsvorsitzende.

Neue Gebläse werden installiert

Eine weitere Baustelle geht der Fertigstellung entgegen. Die Gebläsehalle wurde baulich bereits vor einiger Zeit fertiggestellt. Nun erfolgt ab Ende Oktober die Aufstellung der neuen Gebläse. Durch den Hersteller, Firma Kaeser, erfolgt bis Ende November 2020 die Inbetriebnahme der wesentlich effizienter arbeitenden Geräte. Der Elektroanschluss für die neue Gebläsehalle wurde bereits getätigt. Das bestehende Aqualogistiksystem ist noch in der speicherprogrammierbaren Steuerungs-Software (SPS) der Gebläsestation nachzubilden. Stück für Stück werden bis Ende des Jahres auch die beiden Belebungsbecken und die weiteren Aggregate wie Trocken- und Regenwetterrampen, Schlammumwälzpumpen und weitere Rührwerke von der neuen SPS- Steuerung abgedeckt. Es hat sich herausgestellt, dass die bisherige Anlagensteuerung nicht problemlos in die Programmierung der neuen SPS-Steuerung übernommen werden kann. Ab Ende Oktober müsse in Zusammenarbeit mit der Firma Richter klar definiert werden, wie genau die Abläufe auf der Anlage sind. Danach erfolgt die Programmierung der SPS-Steuerung.

Die gesamten elektrotechnischen Arbeiten werden mit der Schaltwarte im Betriebsgebäude abgeschlossen. Bis Ende Dezember 2020 werden die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein. Zur Finanzierung für die Sanierung der Schlammentwässerung (Gebäude und Maschinen) und der SPS-Schaltanlage musste der Restbetrag aus der Darlehenszusage der LFA Förderbank Bayern in Höhe von einer Million Euro aufgenommen werden. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre, der Zinssatz beträgt 0,05 Prozent per anno, der bis zum Ende der Laufzeit festgeschrieben ist.

Kreditsumme erhöht sich

Das Gremium des Abwasserverbandes Kronach-Süd stimmte einem Nachtragshaushalt für 2020 mit Satzung zu. Es ist vorgesehen, die zusätzlichen Investitionen von 869 200 Euro ebenfalls durch Kredite zu finanzieren. Dadurch erhöht sich die in der Haushaltssatzung bisher vorgesehene Kreditsumme von 1 012 800 Euro auf 1 882 000 Euro. Die gravierendsten Kostenmehrungen entstehen im Vermögenshaushalt. Insbesondere die Erneuerung der Klärschlammentwässerung schlägt mit 960 000 Euro zu Buche. Gleich verhält es sich mit der SPS-Steuerung mit Schaltanlage, für die zusätzlich 360 000 Euro veranschlagt werden mussten. Es gibt aber auch Kosteneinsparungen im Jahr 2020, mit insgesamt 370 800 Euro. Der Verwaltungshaushalt reduziert sich auf 1 428 500 Euro (vorher 1 487 200 Euro) und der Vermögenshaushalt erhöht sich auf 2 086 600 Euro (bisher 1 217 400 Euro).

Mit der Planung der Sanierung Pumpwerk Schmölz I wurde das Ingenieurbüro SRP Kronach beauftragt. Es sind wasserrechtliche Erlaubnisse für 26 Einlaufstellen nötig. Im Jahr 2022 ist die Durchführung der Sanierung vorgesehen. Ebenfalls wurde die Planung an das Ingenieurbüro SRP für die Erneuerung der Druckleitung Kaullache Schmölz, vergeben.

Aus der nichtöffentlichen Sitzung vom 30. Juli gab Verbandsvorsitzender Rebhan bekannt, dass die Verbandsversammlung beschlossen hat, für den Transport von Klein-Containern innerhalb des Betriebsgeländes der Kläranlage Nagel einen Elektro-Gabelhochschubwagen anzuschaffen, dessen Kosten sich auf 12 800 Euro belaufen.