Die Idee kam Sebastian Knoch beim Duschen: Warum nicht einmal Kabarett und Comedy an die Jugend bringen? Aus der "fixen Idee" des Mitarbeiters der Konzertagentur Friedrich wird im Herbst Realität: Am 6. Oktober startet im Jugend- und Kulturzentrum (Juz) Domino am Coburger Schützenanger die neue Reihe "Quatsch & Co. im Domino". In Zusammenarbeit mit dem Verein Domino Coburg möchte die Konzertagentur speziell jungen, talentierten Nachwuchskünstlern eine Plattform bieten - an einem Ort, der bisher eher für Konzerte, Vorträge und offene Treffs bekannt ist.
Mit dem Juz ist Knoch bestens vertraut: Als Zivi kam er vor 17 Jahren ins Domino. "Ich kenne hier jede Bodenfliese", sagt er. Gleichzeitig mit Knoch fing Sozialpädagoge Alexander Thomann dort an. Beide halten ebenso wie Geschäftsführerin Christiane Schilling die Location für optimal, um jungen Menschen "einen niederschwelligen Zugang zu kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen", wie Schilling es ausdrückt. "Das Domino bietet eine charmante Atmosphäre, es ist der einzige Club in der Stadt und es sieht schon mit 50 Leuten voll aus, obwohl 100 Menschen reinpassen", sagt Knoch.


Nicht nur zuschauen

Ein Plus: Die Veranstaltungsreihe bietet den Jugendlichen, von denen sich schon jetzt etliche ehrenamtlich engagieren, neue Betätigungsfelder: "Sie können selber aktiv werden, etwa indem sie bei der Organisation oder beim Catering helfen", meint Schilling, "oder auch selbst auf der Bühne stehen." Das sei das Reizvolle der neuartigen Reihe. Die Jugendlichen zu begleiten und zu aktivieren, das ist vor allem die Aufgabe von Thomann.
Für die zunächst einmal monatlichen Veranstaltungen hat Knoch junge Künstler "von Anfang zwanzig bis vierzig" engagiert. Den Anfang macht im Oktober mit El Mago Masin ein bereits in Coburg bekannter Musikkabarettist. Der Nürnberger "Meister der Anarchokomik" präsentiert sein aktuelles Programm "Operation Eselsohr". Ebenfalls "Anarcho-Humor mit Musik" bietet am 8. November der Kölner Comedian, Liedermacher und Satiriker Friedemann Weise, wenn er "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten" betrachtet. "Milfschnitte" nennt Christiane Olivier ihr Solo. Auf ihr authentisches Programm dürfen die Coburger am 8. Dezember gespannt sein.
Mit Salim Samatou und "Inder Tat" kommt am 19. Januar 2018 ein Shootingstar nach Coburg: Das Kölner Improvisationsgenie wurde mit dem "RTL Comedy Grand Prix 2016" prämiert. Über Simon & Jan, die am 19. Februar mit "Halleluja" im Domino auftreten werden, hieß es bereits "sie verkörperten die Generation der Liedermacher 2.0 aufs Vortrefflichste".
Nicht weniger als die Welt (für einen Abend) verbessern möchte Hazel Brugger aus der Schweiz, die bereits in der "heute-show", der "Anstalt" oder bei "Nuhr im Ersten" brillierte. Die Gewinnerin des Deutschen Kleinkunstpreises 2017 bestreitet ihr Gastspiel am 17. Februar.
Das Finale ist Götz Frittrang vorbehalten: In "Götzseidank!" wird sich der "Meister der geistigen Bilder" am 9. März unter anderem mit dem ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt auseinandersetzen.
Die Veranstalter sind zuversichtlich, dass sie das Interesse der Jugendlichen wecken können. Ticketpreise von 15 Euro für Schüler und Studenten sollen das gewährleisten. "Wer soll denn sonst in zehn Jahren in diese Shows gehen?", meint Knoch. Erwachsene zahlen 18 Euro.