Der Bad Bockleter Backofenverein ist mit seinen 27 Mitgliedern nicht unbedingt einer der großen Vereine im Landkreis, und dennoch zeichnet ihn, neben seinem Zweck, eben dem Brotbacken, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal aus: Der Verein, der im vorigen Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiern konnte, hat von Anfang an mit Siegmar Mahlmeister den gleichen Vorsitzenden. Mehr sogar noch, auch der gesamte Vorstand mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Michael Roth, Kassier Georg Christoph und Schriftführerin Maria Schmitz wurde nun zum siebten Mal wiedergewählt. Marita Schmidt und Frank Mahlmeister kamen als Beisitzer hinzu. Dass es im kleinen, aber feinen Verein sehr harmonisch zugeht, beweist auch die Tatsache, dass von den 27 Mitgliedern 20 anwesend waren und diese alle einstimmig sowohl ihren Gründungsvorsitzenden Siegmar Mahlmeister wie auch die gesamte Vorstandschaft wählten. Mahlmeister quittierte dies mit: "Ich habe mich gerne zur Wiederwahl gestellt, denn ich habe ja auch immer eine gute Unterstützung von allen Mitgliedern erhalten", damit sprach er allen aus der Seele.

Backsaison beginnt im Mai

Fünf Backtage habe die Truppe im vergangenen Jahr abgehalten, und auch für 2019 ist Ähnliches geplant. Fest steht schon, dass die "Backsaison" am 11. Mai zum zehnjährigen Bestehen des Bad Bockleter Bücherpavillons beginnt. Gebacken werden soll auch für die Feste der katholischen und der evangelischen Kirche. Allerdings wurde das Angebot auf Pizza beschränkt, da die Nachfrage für Plootz deutlich geringer sei. Eine Absage gab es für das Sommerfestival des Bayerischen Rundfunks im Juni. Erwartet werden bis zu 25 000 Besucher. "Das ist einfach eine Nummer zu groß für uns, da handeln wir uns nur Ärger ein, wenn sich vor dem fahrbaren Backofen eine riesige Warteschlange bildet", Siegmar Mahlmeister weiß, wovon er spricht, denn schon vor Jahren war der BR in Bad Bocklet. Da sei der Verein schon an seine Grenzen gekommen.

Zwölf Brote können gleichzeitig zum Backen eingefahren werden, bei Pizzen sind es entsprechend der Größe etwas weniger - aber dann muss immer noch die Backzeit abgewartet werden, denn "Vorbacken" klappt bei Festen nicht.

Um Neumitglieder zu generieren ist geplant, im Rahmen der Volkshochschule im Herbst ein "Schnupperbacken" zu veranstalten. Dem großen Wunsch des Vereins, ein eigenes Backhaus am geplanten Festplatz zu errichten, ist man zwar kassenmäßig näher gekommen, durch den Tod von Bürgermeister Wolfgang Back gab es jedoch in der gesamten Planung Verzögerungen. So ist seitens der Gemeinde angedacht, einen Festplatz auf und vor dem Gelände des ehemaligen Rathauses zu erstellen. Dieser Platz sollte dann nicht nur ein festes Backhaus, "das war früher immer der Dorfmittelpunkt", sondern auch einen Spielplatz und eine kleine überdachte Fläche beinhalten. Derzeit hat der Backofenverein den fahrbaren Ofen privat untergestellt. Dort in den Privaträumen gibt es auch eine Küche. Es sei aber zu erwarten, dass dieses Haus verkauft wird, und dann steht der Verein mit seinem Wagen im Regen.