15 Hunde und ihre Herrchen und Frauchen tummelten sich beim Lesehunde-"Casting" der Johanniter auf einem Sportplatz im Süden Bambergs: Ein buntes und bewegtes Bild! Hunde aller Größen und der verschiedensten Rassen, von Irish Terrier bis Berner Sennenhund, unterzogen sich dem prüfenden Blick von Helmut Winter, der bei den Johannitern für die Ausbildung im Bereich tiergestützte Intervention zuständig ist. Gesucht wurden neue Teams für das Projekt Lesehunde, bei dem Hundehalter mit ihren Vierbeinern Schüler in der Schule besuchen, um ihnen zu helfen, ihre Leseschwäche oder ihre Ängste zu überwinden.

Das Konzept ist einfach und einleuchtend, wie die Johanniter mitteilen: Für viele Kinder bedeutet vor allem das laute Vorlesen in der Klasse Stress. Sie fürchten sich vor Kritik und Hänseleien, dazu kommt die eigene Schüchternheit und die Angst vor Fehlern. Nervosität und Furcht sind jedoch schlechte Voraussetzungen für das Lesen. Und genau hier kommen die Hunde ins Spiel: Die Tiere machen keine dummen Bemerkungen, sie lachen niemanden aus und sie werden auch nicht ungeduldig. An fünf Schulen in Bamberg und Umgebung sind bereits regelmäßig Lesehunde zu Gast: Jeweils 20 Minuten lesen die Kinder "ihrem" Lesehund vor. Mit gutem Erfolg! Die Kinder freuen sich auf die Treffen - und damit auch auf das Lesen, das im Beisein des Hundes viel leichter fällt.

Am Ende durchliefen zehn Hunde den Wesenstest und die anschließende Praxisausbil-dung erfolgreich: So wird zum Beispiel getestet, wie sie auf laute Geräusche reagieren oder was passiert, wenn sie bedrängt werden. Zehn Kandidaten erwiesen sich schließlich als geeignet für die Arbeit mit den Kindern: Sie sind kinderlieb, ausgeglichen und ruhig, zeigten keine Berührungsängste und beherrschen auch die Grundkommandos. Ein Zertifikat bescheinigt ihnen und ihren Herrchen und Frauchen, dass sie ab sofort "Schuleinsätze" im Rahmen der tiergestützten Intervention beim Projekt Johanniter-Lesehund übernehmen können.

"Wir haben uns sehr über das große Interesse gefreut und tolle neue Teams gefunden. Leider ist nicht jeder Hund als Vorlesehund geeignet, aber wir können nur Hunde in den Schulen einsetzen, von denen wir auch sicher sind, dass sie immer souverän bleiben", erklärt Projektleiterin Pia Schlaug. Zum neuen Schuljahr soll es dann für die Teams auch direkt in die Praxis gehen: "Einige der Neuen sind bereits verplant, aber noch haben wir Kapazitäten frei. Schulen oder Lehrer, die mehr wissen möchten, können sich gerne an uns wenden", so Pia Schlaug. Interessierte können sich telefonisch (0172/3885495) oder per E-Mail (pia.schlaug@johanniter.de) melden. red