Andreas Dorsch Die Kommunalwahlen am 15. März haben zwar gleich drei neue Gruppierungen in den Höchstadter Stadtrat einziehen lassen, an den Machtverhältnissen wird sich aber nichts ändern. Die Fraktion der Jungen Liste (JL) wird weiterhin mit der SPD zusammenarbeiten und mit dem Neuling der Bürgerliste und der Stimme von Bürgermeister Gerald Brehm (JL) auch über eine knappe Mehrheit verfügen.

"Ich gehe davon aus, die konstruktive Arbeit mit der SPD fortzusetzen", sagt Bürgermeister Brehm. Bei der SPD sieht das Höchstadts Zweiter Bürgermeister Günter Schulz ebenso: "Es spricht nichts dagegen. In Höchstadt hat sich in den vergangenen Jahren viel getan, die Stadt ist aufgeblüht." Schulz habe bewusst noch einmal kandidiert, um die Entwicklung der Stadt weiter mit zu gestalten. Wie er dem FT verriet, wäre er auch bereit, noch einmal für das Amt des Zweiten Bürgermeisters zu kandidieren. Gewählt wird dieser vom neuen Stadtrat in der konstituierenden Sitzung am 11. Mai.

Mit den acht Stimmen der Jungen Liste, den drei von der SPD, der einen von der neuen Bürgerliste und der vom Bürgermeister wäre mit 13 Stimmen die absolute Mehrheit erreicht.

"Allianz der Verlierer"

Für den unterlegenen Bürgermeisterkandidaten und Fraktionssprecher der CSU, Alexander Schulz, wäre das "eine Allianz der Verlierer". Schließlich haben Junge Liste und SPD jeweils zwei Sitze verloren, während die CSU nur einen einbüßte. Von diesen fünf Sitzen ging je einer an die Bürgerliste und die AfD, drei gewannen auf Anhieb die Grünen. Für Alexander Schulz geht es im Höchstadter Stadtrat jetzt "weiter wie bisher". Und für ihn wäre es auch nicht verkehrt gewesen, gerade in der jetzigen Situation "eine Mehrheit auf größerer Ebene" herzustellen. Er sei bereit, mit jeder demokratischen Gruppierung zusammenzuarbeiten.

Mit der CSU sachlich und konstruktiv zusammenarbeiten möchte auch Bürgermeister Brehm. Ein engeres Bündnis strebt er derzeit mit der CSU im Höchstadter Stadtrat aber nicht an.

Brehm kündigt an, dass die Corona-Krise den neuen Rat gleich von Anfang an schwer beschäftigen wird. "Alles muss auf den Prüfstand." Gleichzeitig müsse der Stadtrat aber zu seinen Aussagen stehen, wie beispielsweise einem neuen Eisstadion.

Schulden werden steigen

Bei jetzt schon einbrechenden Gewerbesteuereinnahmen sieht Brehm eine deutlich steigende Verschuldung auf die Stadt zukommen. Im Verwaltungshaushalt seien für das Stadtoberhaupt einschneidende Maßnahmen unumgänglich, auch die Einführung von Kurzarbeit im Rathaus werde geprüft. Mit der jetzigen Situation habe niemand gerechnet, sagt der Bürgermeister und ist froh, dass die Stadt ein finanzielles Polster hat. Brehm über die Kommunen generell: "Wer jetzt keine Rücklagen hat, ist schnell an der Liquiditätsgrenze."