Ein wenig wollte die Siedlergemeinschaft Aisch-Adelsdorf den runden 60. Geburtstag doch begehen. Es gab zwar keine große Feier, aber genau aus diesem Anlass veröffentlicht nun die Siedlergemeinschaft eine 112 Seiten umfassende Schrift mit dem Namen „Chronik der Siedlergemeinschaft Aisch-Adelsdorf e. V. - 60 Jahre - 1960 bis 2020“. Es handelt sich um die zweite Auflage der Festschrift , die zum 25-jährigen Vereinsjubiläum herausgebracht wurde. Von Anfangs 67 Mitgliedern im Jahr 1960 wuchs der Verein im Laufe der Jahre auf 330 Mitglieder an.

Anton Kohling, Mitglied des Vereinsbeirates, ist der Verfasser und Überarbeiter der Chronik. Die Siedlergemeinschaft Aisch wurde 1960 mit sieben Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. Mithilfe eines mit peinlicher Sauberkeit seit 1966 geführten Protokollbuches und auch der mündlichen Überlieferung eines langjährigen Mitgliedes des Vereins, konnte der Leser das erste Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte in der ersten Auflage Revue passieren lassen.

Nach zehn Jahren endlich geschäftsfähig

So erfährt der Leser , dass es eine Art „Quantensprung“ in der Historie des Vereins 1976 gab; es fand die Eintragung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes statt. Nun war der Verein geschäftsfähig.

Nachdem jetzt fast 40 weitere ereignisreiche Jahre vergangen sind und der Verein auf 60 Jahre Vereinsleben zurückblicken kann, war die Zeit für eine Fortschreibung der Annalen gekommen.

Vom Bau des Vereinsheimes las der Interessierte bereits in der ersten Ausgabe. Diesen Aktivitäten wird in der Chronik ein breiter Raum gewidmet, denn die Generation der fleißigen Helfer ist auch in die Jahre gekommen. Das sind bereits die Groß- oder Urgroßeltern von den Kindern, die im Rahmen des Ferienprogramms Burgen bauten. Einige gute Freund sind bereits verstorben.

Mit der Einweihung des Siedlerheims 1986 entwickelten sich aus der vorausgegangenen gemeinsamen Arbeit Freundschaften und ein reges Vereinsleben, besonders getragen von den Frauen. Bei allen Aktivitäten standen die sozialen Kontakte und die Freude am gemeinsamen Feiern, Arbeiten, Basteln, sonntäglichem Kaffeetrinken mit der gesamten Familie und mehr im Vordergrund und nicht der Kommerz. Gemeinsame Reisen nach Berlin, Paris oder Prag gehörten ebenfalls zu den Unternehmungen.

Zwischenzeitlich wurde der Verein 2004 in „Siedlergemeinschaft Aisch-Adelsdorf“ umbenannt und ist nun in dem ehemaligen „Bayrischen Siedlerbund“ organisiert, der heute als „Verband Wohneigentum-Landesverband Bayern“ firmiert. Gesellschaftliche Aktivitäten wurden im Verein stets gepflegt und sollen natürlich auch wieder in der „Nachcoronazeit“ stattfinden. Seien es Fachvorträge, Wanderungen, Teilnahme am Adelsdorfer Dorffest , Sommerfest mit Musik und Kinder-Programm, Basteltage, Spiel-Aktionen mit Grillmöglichkeit und mehr. Nicht zu vergessen sind die beliebten „Fernwehabende“ bei den Siedlern.

Im Laufe der Jahrzehnte wandelten sich, parallel zu Veränderungen in der Gesellschaft, die Schwerpunkte und Ziele des Vereins. Bestimmten doch die überstandenen Schrecken, die erlittenen Leiden und Qualen, Erfahrung von Hunger und Entbehrung, verursacht durch den Zweiten Weltkrieg, sowie für viele der Verlust von Hab und Gut und Heimat, verbunden mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, das Handeln und die täglichen Sorgen der frühen Siedler. Der Wiederaufbau, gefolgt vom Wirtschaftswunder , ließ die Mitgliederzahl rasant anwachsen und veränderte die Struktur einer Notgemeinschaft der Kleinsiedler hin zum Mitglied mit selbst genutztem Wohneigentum, finanziert auf dem freien Kapitalmarkt.

Im Grußwort des Bürgermeisters Karsten Fischkal ist zu lesen: „Der Zweck der Siedlergemeinschaft ist die Gemeinnützigkeit und ihr Handeln ist nicht gewinnbringend ausgerichtet, sondern zum Wohl der Mitglieder geschaffen.“ Und er er“ zt: „Wenn man weiß, dass die Gartenarbeit – kurz gesagt das Gärtln – zur Lieb – zureizeitbeschäftigung der Deutschen zählt, dann ist die Tätigkeit der Siedlergemeinschaft in diesem Bereich umso wertvoller. Außerdem ist eine schöne Gartenanlage sowie Blumenschmuck rund um das Eigenheim eine Augenweide und Balsam für die Seele.“ Auch Grußworte von Altbürgermeister Ewald Münch und dem Vorsitzendem Uwe Kanscheit findet man in der Chronik. „Ein Generationswechsel vollzog sich bei den Mitgliedern und in der Vorstandschaft. Diese Chronik möchte ihren Beitrag gegen das Vergessen der Altvorderen leisten“, so Kohling. Natürlich erhalten alle Mitglieder ein kostenloses Exemplar der Chronik.