Lochfraß setzt dem Edelstahlbecken zu – Die nötige Lösung könnte siebenstellige Kosten verursachen
Das Adelsdorfer Schwimmbad mutiert langsam zu einer unendlichen Geschichte, was sich auch in der jüngsten Gemeinderatsitzung niederschlug. Begonnen wurde die Sanierung des 1960 erbauten Schwimmbads 2020, 2022 dann der Brand und eine mittlerweile vier Jahre andauernde Brandsanierung – geschuldet einer schadhaften Bausubstanz, Corona sowie dem Ukraine-Krieg. Damit einher gehen Preissteigerungen.
Jetzt wurde die Baumaßnahme gestoppt, da ein gravierendes Problem mit dem Edelstahlbecken aufgetreten ist. Eines, das seine Anfänge bereits in den 1980er-Jahren nahm, wie Hochbautechniker Sebastian Berger berichtet, wo Fehler beim Einbau begangen wurden. So wäre das Schwallwasserbecken nicht abgedeckt worden, was zu Feuchtigkeit führte und diese wiederum zu Rost.
Rostbefall und Lochfraß
In den 1990er-Jahren wurde dies so gut es ging behoben, unter anderem durch Schweißungen am Becken. 30 Jahre hielt das Becken, dann kam der Brand. Aerosole und Rauchgase setzten nicht nur den Stahlrohren, sondern eben auch dem Becken zu, sodass es nun neben großflächigem Rostbefall in kürzester Zeit zu Lochfraß kam. Weil das Stahlbecken in das bestehende geflieste Becken eingesetzt wurde, war eine Feststellung desselben erst jetzt möglich, da der Kriechgang unter dem Becken zugänglich wurde. Dieser war nicht nur schwarz vom Ruß, sondern ist auch feucht aufgrund des undichten Baukörpers. Ein Nährboden für Rost.
„Chrom-Nickel-Stahl besteht zu 70 Prozent aus Eisen, und Eisen rostet“, fasst Berger es zusammen. Claus Kalb vom gleichnamigen Ingenieurbüro geht davon aus, dass 100 Prozent des Beckens befallen sind. Ein Auskleiden des 16 mal acht Meter großen und 1,35 Meter tiefen Beckens mit Schwimmbadfolie oder Polypropylenplatten sind laut Berger „Bastellösungen“. Ein Komplettaustausch des Edelstahlbeckens sei eigentlich die einzige Option, soll das Lehrschwimmbad erhalten bleiben.
Dies ist von allen Mitgliedern des Gremiums gewünscht. Doch damit allein ist es nicht getan, muss doch auch das Drumherum wie Statik und Trockenheit des Gebäudes stimmen, wie Sabine Henneberger vom Architekturbüro Maisch erläutert. Alles müsste raus, dann abdichten und ein freistehendes Edelstahlbecken einbauen. Das Becken allein würde laut Bürgermeister Nico Kauper mit etwa 300.00 bis 400.000 Euro zu Buche schlagen. Alles in allem läge man im unteren siebenstelligen Bereich.