Schwimmbad-Sanierung gestoppt

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Der Kriechgang unter dem Schwimmbecken ist feucht, das Edelstahlbecken des Lehrschwimmbads weist Lochfraß auf und leckt. Bürgermeister Nico Kauper macht sich selbst ein Bild.Britta Schnake
Der Kriechgang unter dem Schwimmbecken ist feucht, das Edelstahlbecken des Lehrschwimmbads weist Lochfraß auf und leckt. Bürgermeister Nico Kauper macht sich selbst ein Bild.Britta Schnake

Lochfraß setzt dem Edelstahlbecken zu – Die nötige Lösung könnte siebenstellige Kosten verursachen

Das Adelsdorfer Schwimmbad mutiert langsam zu einer unendlichen Geschichte, was sich auch in der jüngsten Gemeinderatsitzung niederschlug. Begonnen wurde die Sanierung des 1960 erbauten Schwimmbads 2020, 2022 dann der Brand und eine mittlerweile vier Jahre andauernde Brandsanierung – geschuldet einer schadhaften Bausubstanz, Corona sowie dem Ukraine-Krieg. Damit einher gehen Preissteigerungen.

Jetzt wurde die Baumaßnahme gestoppt, da ein gravierendes Problem mit dem Edelstahlbecken aufgetreten ist. Eines, das seine Anfänge bereits in den 1980er-Jahren nahm, wie Hochbautechniker Sebastian Berger berichtet, wo Fehler beim Einbau begangen wurden. So wäre das Schwallwasserbecken nicht abgedeckt worden, was zu Feuchtigkeit führte und diese wiederum zu Rost.

Rostbefall und Lochfraß

In den 1990er-Jahren wurde dies so gut es ging behoben, unter anderem durch Schweißungen am Becken. 30 Jahre hielt das Becken, dann kam der Brand. Aerosole und Rauchgase setzten nicht nur den Stahlrohren, sondern eben auch dem Becken zu, sodass es nun neben großflächigem Rostbefall in kürzester Zeit zu Lochfraß kam. Weil das Stahlbecken in das bestehende geflieste Becken eingesetzt wurde, war eine Feststellung desselben erst jetzt möglich, da der Kriechgang unter dem Becken zugänglich wurde. Dieser war nicht nur schwarz vom Ruß, sondern ist auch feucht aufgrund des undichten Baukörpers. Ein Nährboden für Rost.

„Chrom-Nickel-Stahl besteht zu 70 Prozent aus Eisen, und Eisen rostet“, fasst Berger es zusammen. Claus Kalb vom gleichnamigen Ingenieurbüro geht davon aus, dass 100 Prozent des Beckens befallen sind. Ein Auskleiden des 16 mal acht Meter großen und 1,35 Meter tiefen Beckens mit Schwimmbadfolie oder Polypropylenplatten sind laut Berger „Bastellösungen“. Ein Komplettaustausch des Edelstahlbeckens sei eigentlich die einzige Option, soll das Lehrschwimmbad erhalten bleiben.

Dies ist von allen Mitgliedern des Gremiums gewünscht. Doch damit allein ist es nicht getan, muss doch auch das Drumherum wie Statik und Trockenheit des Gebäudes stimmen, wie Sabine Henneberger vom Architekturbüro Maisch erläutert. Alles müsste raus, dann abdichten und ein freistehendes Edelstahlbecken einbauen. Das Becken allein würde laut Bürgermeister Nico Kauper mit etwa 300.00 bis 400.000 Euro zu Buche schlagen. Alles in allem läge man im unteren siebenstelligen Bereich.

Ralf Olmesdahl (ABWI) bemängelt, dass man 2022 nicht gleich draufgekommen sei, dass wenn schon die Stahlrohre nach dem Brand verrostet waren, dies auch auf das Stahlbecken zutreffen könnte. Man solle das versicherungstechnisch prüfen lassen. Klaus Trescher (Grüne) möchte eine Gegenüberstellung der Kosten und des Unterhalts für ein gefliestes im Vergleich zu einem Edelstahlbecken.

Einstimmig wird beschlossen, die notwendigen Schritte für eine nachhaltige und dauerhafte Lösung für ein neues Becken einzuleiten.

Ein Livestream der Ratssitzungen war ein Wunsch der Bürger. Diesem will der Gemeinderat nun nachkommen und einen Testversuch mit einer KI-gestützten Ratssitzung am 16. Dezember starten. Eine Aufzeichnung erfolgt allerdings nicht.

Thomas Lay (CSU) bittet darum, die Kosten im Blick zu behalten und hofft auf ein Feedback der Bürger. Norbert Lamm (SPD) wünscht ein Bewerben der Sitzung im Amtsblatt und eine Feststellung, wie viele Zuschauer die Sitzung verfolgen. Matthias Mönius (FW) fragt sich, was sei, wenn die Neugierde nachlasse. Letztlich erfolgt die Zustimmung zum Test eines Livestreams für die Sitzung am 16. Dezember einstimmig.

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war der Umgang mit dem Entfallen des staatlichen Elternbeitragszuschusses für Kitas, wodurch Eltern monatlich 100 Euro mehr zu berappen hätten. Kauper plädiert dafür, „zum jetzigen Zeitpunkt Ruhe und Sicherheit auszustrahlen“, indem die 100 Euro für dieses Kindergartenjahr weiter von der Gemeinde ausgezahlt würden, „mit dem klaren Hinweis, dass danach neu kalkuliert werden muss“.

Birgit Müller (CSU) gibt zu bedenken: „Uns muss klar, sein, dass die Gemeinde auf Geld verzichtet.“ Sie rechnet vor, dass dies bei momentan 450 Kindern 350.000 Euro wären. „Ich bin aber voll bei dir“, schickt sie hinterher. Im Rahmen der Betriebskostenförderung ist eine Unterstützung zu erwarten, aber „es weiß keiner, wie viel wir dann zurückbekommen“, so Kauper. Die Entscheidung, für den Rest des Jahres die 100 Euro den Eltern zu Lasten der Gemeinde zukommen zu lassen, geht ohne Gegenstimme durch.