Als „unerwartet und überaus erfreulich“ bezeichnete Bürgermeister German Hacker ( SPD ) in der jüngsten Stadtratssitzung den Jahresabschluss der Stadt . Hatte man bei der Aufstellung des Haushalts im Januar 2020 noch einen Einbruch bei der Gewerbesteuer erwarten müssen, habe das Jahr in finanzieller Sicht dann einen ungeahnten Verlauf genommen.

So habe es zu Weihnachten eine kräftige Ausgleichszahlung durch Bund und Land gegeben, um das Corona-Minus bei den Steuereinnahmen wettzumachen. Und dann gab es noch eine Gewerbesteuernachzahlung in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Das Ergebnis: Es sprang ein Plus von 15,4 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglich negativen Haushaltsansatz von minus 1,6 Millionen Euro heraus – eine Differenz von 17 Millionen Euro.

Insgesamt betrugen die Nachzahlungen zusammen rund 33 Millionen, was für Hacker aufzeigt, dass der Einbruch zuvor immens war. Auch im Haushalt 2021 sei das Minus im Planansatz erheblich: 8,4 Mio. Es zeichne sich aber bereits ab, dass die Stadt durch erhebliche Nachzahlungen aus vergangenen Jahren auch 2021 im Abschluss mit einem Plus rechnen könne.

Das wird laut Hacker auch den Landkreis freuen, der sich auf eine deutlich höhere Kreisumlagenzahlung in den Jahren 2022 und 2023 aus Herzogenaurach als ursprünglich gedacht einstellen dürfe.

Als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses erinnerte Stephan Wirth ( CSU ), dass die Gewerbesteuernachzahlung just zum richtigen Zeitpunkt gekommen sei. Wäre sie ein paar Tage früher gewesen, wäre der Coronaausgleich geringer ausgefallen.

Wirth mahnte, in künftigen Jahren das Luxusproblem Verwahrentgelt, also Strafzinsen , nicht zu vergessen und auch über Haushaltsausgabereste nachzudenken. Man müsse sorgfältig prüfen: „Welche Dinge gehen wir an, was können wir leisten?“ bp