Die politischen Frauen Herzogenaurach haben laut einer Pressemitteilung die politische Sommerpause genutzt, um dem Frauennotruf Erlangen einen Besuch abzustatten. Die dortige Geschäftsführerin Claudia Siegritz und die Sozialarbeiterin Nora Gabert beantworteten die vielen Fragen der Gäste. Diese waren vertreten durch das Organisationsteam bestehend aus: Claudia Belzer, Stadträtin SPD , Ruthild Schrepfer, Kreisrätin CSU , Retta Müller-Schimmel, Stadt- und Kreisrätin Bündnis 90/Die Grünen . Dabei waren außerdem Herzogenauracher Stadträtinnen Andrea Heller ( SPD ) und Sabine Hanisch ( CSU ) sowie Claudia Leuschner (Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen ERH).

Der Besuch begann mit einem Rundgang durch die Beratungsräume des Frauennotrufs, die sich zentral gelegen und damit gut erreichbar in der Hauptstraße 33 in Erlangen befinden. Dort führen die Mitarbeiterinnen viele Gespräche, vorrangig mit Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben oder aktuell davon betroffen sind. Hierunter fallen sexueller Missbrauch, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Auch wenn eine Frau unsicher ist, ob ein sexueller Übergriff stattgefunden hat, kann sie sich an die Einrichtung wenden.

Geschäftsführerin Claudia Siegritz betont: „Unser Name ist oft irreführend. Wir unterstützen auch Angehörige, Partner, Freunde und professionelle Helfer. Zudem sind wir für alle Formen sexualisierter Gewalt zuständig, unser Angebot ist kostenfrei, vertraulich und auf Wunsch auch anonym. Zudem arbeiten wir präventiv mit Jugendgruppen, Schulklassen.“

Das Team der Beratungsstelle besteht, nach Informationen der politischen Frauen , aktuell aus vier Sozialpädagoginnen mit verschiedenen Zusatzausbildungen.

Digitalisierung birgt Probleme

Die Anforderungen und Rahmenbedingungen haben sich im Laufe der Zeit sehr geändert. Siegritz und Gabert berichteten beispielsweise, dass neue Medien, aber auch die Corona-Krise, ganz neue Herausforderungen mit sich gebracht hätten. So kam es zum Beispiel vermehrt zu sexuellen Übergriffen während des Lockdowns, weil Frauen Chatpartner, welche sie über Dating-Apps kennengelernt haben, nicht an belebten Orten treffen konnten und sich somit vor Übergriffen schlechter schützen konnten.

Die SPD-Stadträtinnen Claudia Belzer und Andrea Heller, selbst Sozialarbeiterin in einer Jugendwohngruppe, begeisterten sich berufsbedingt für die Präventionsangebote der Beratungsstelle für Schulklassen und Jugendgruppen. Der Workshop „Voll Porno“, der das Thema Grenzsetzung bei Pornografie und Sexualität behandelt, aber auch das Thema sexualisierte Gewalt im digitalen Raum, seien auch in deren Arbeit hochbrisant und aktuell. Insgesamt nahmen die Besucherinnen viele wichtige Informationen mit nach Hause. „Eine tolle und wichtige Einrichtung, welche die finanzielle Unterstützung durch öffentliche Gelder mehr als verdient hat“, war das Resümee, das die politischen Frauen nach ihrem Besuch zogen. red