Die Lockdowns während Corona betrafen nicht nur viele Betriebe, Geschäfte und Vereine, auch der Stamm Raubvögel – die Adelsdorfer Pfadfinder vom Pfadfinderbund Mosaik – hatten mit so manchen Problemen zu kämpfen. Mithilfe vieler Aktivitäten – online oder in Kleinstgruppen – konnten sie alle ihre Mitglieder halten.

„Beim ersten Lockdown dachten wir, dass so vier bis sechs Wochen leicht zu überbrücken sind“, berichtet Stammesführer Julian Oelhaf (21) im Rückblick. „Als die Schulen geschlossen wurden, merkten wir erst, wie ernst die Lage war. „Unser Pfingstlager mit dem Stamm Wildkatzen aus Köln wurde gecancelt, die Bundesfahrt an die Mecklenburger Seenplatte mit mehr als 1000 Teilnehmern ist ausgefallen.“ Aus einer Großfahrt in den Sommerferien wurde eine „Kleinfahrt“ in die Sächsische Schweiz mit nur 20 Teilnehmern, Gruppenstunden fielen erst ganz aus und dann verliefen sie online.

„Man kann aber Pfadfinderarbeit nur begrenzt online durchführen, außerdem waren unsere Scouts schon sehr durch das Homeschooling eingespannt, sodass wir uns andere Dinge einfallen ließen“, fährt der engagierte Stammesführer fort. „Wir veranstalteten Postenläufe durch Wald und Wiese, die man allein oder mit der Familie durchführen konnte. Wir gaben unseren Jungs und Mädchen Empfehlungen, einfach mit Eltern und Geschwistern freie Natur zu erkunden und Pfadfinderthemen so gut wie möglich zu leben. Zwischen Ostern und Pfingsten waren die Meuten zum Meutenkino ins Heim eingeladen. Ein Gruppenraum wurde zum Kino umgewandelt, es gab Snacks , Getränke und Süßigkeiten zu kaufen und das Ticket wurde online gebucht. Je eine Familie konnte den Raum für drei Stunden buchen. So verlief alles coronakonform, wie auch sämtliche Aktivitäten in dieser Zeit.“

Die neueste Aktion während der Pfingstferien ist der „Meutenjahrmarkt“. Teresa Philipp (18) vom Meutenteam hatte die Idee und hat alle Stationen zusammen mit dem Team ausgearbeitet.

„Die Idee war, da es ja coronabedingt keine Kerwas mehr gab, dass man auf die Kerwa geht und alles, was man verpasst hat, jetzt nachholen kann“, so Teresa.

Acht Stationen: Erbsenklatsche, Becherstapeln, Nagelspiel, Dosenwerfen, Seilspringen, Diabolo, Plopp-Spiel und eine Boulestation sind rund um das Heim aufgebaut und die Pfadfinder konnten die Stationen selbstständig ablaufen. Preise gab es natürlich auch, denn die Teilnehmer sollten ihre Aktivitätenbilder fotografieren und per WhatsApp an das Meutenteam weitergeben. Beim „Stadtradeln“ machen die eifrigen Scouts auch mit.

Johanna Blum