Seit vielen Jahren ist es gute Tradition, dass sich die ehemaligen Führungskräfte der Feuerwehren des Bezirks Mittelfranken zum kameradschaftlichen Austausch treffen. Eigentlich findet das Treffen mit den Partnerinnen einmal im Jahr statt, der im Jahr 2020 geplante Nachmittag fiel aber der Pandemie zum Opfer. Über Jahre der Zusammenarbeit sind Freundschaften und Netzwerke entstanden, die weiter gepflegt werden sollen. Diesmal fand das Treffen im Gasthaus Süß im Weisendorfer Ortsteil Buch statt.

„ Feuerwehrleute können ihrer Berufung nur im Team nachgehen. Daher zeichnet sie seit jeher eine besondere Verbundenheit untereinander aus, und diese Kameradschaft besteht auch über die aktive Zeit hinaus“, sagte der Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbandes Mittelfrankens und Schwabacher Stadtbrandrat, Holger Peter. So mussten sich die Feuerwehren aus Mittelfranken bei der Ausbildung auch Corona beugen und der Übungsbetrieb wurde stark eingeschränkt. „Trotzdem war die Einsatzbereitschaft immer sichergestellt. Alle Feuerwehren haben das Beste aus der Situation gemacht, hatten ein Hygienekonzept erarbeitet, und jetzt kann auch wieder in Präsenz trainiert werden“, betonte der Vorsitzende.

Die Zusammenkunft in Buch ließen sich auch der frühere Referent für Brand- und Katastrophenschutz , Oberamtsrat a. D. Günter Nachtsheim, und Dieter Marx, ehemaliger Kreisbrandrat des Landkreises Fürth und früherer Vorsitzender des Bezirksverbandes Mittelfranken, nicht entgehen. Aber auch Landrat Alexander Tritthart freute sich, eine Reihe von „Ehemaligen“ wieder zu treffen, denn sowohl Günter Nachtsheim als auch Dieter Marx hatten während ihrer aktiven Dienstzeit oft mit den Feuerwehren und Bürgermeistern des Landkreises beim Bau von Gerätehäusern und Fahrzeugbeschaffungen zu tun.

Erste Stadtbrandrätin Bayerns

Holger Peter berichtete von drei neuen Stadt- und Kreisbrandräten seit dem letzten Treffen. Er freute sich insbesondere darüber, dass die 44-jährige Nürnbergerin Claudia Herzog in das Spitzenamt der Freiwilligen Feuerwehr Nürnbergs und damit auch zur ersten Stadtbrandrätin Bayerns bestellt wurde. Sie vertritt damit die gemeinsamen Belange der elf ehrenamtlichen Wehren im Stadtgebiet mit über 350 Aktiven als Stadtbrandrätin gegenüber Oberbranddirektor Volker Skrok, dem Leiter der Berufsfeuerwehr Nürnberg.

In seiner Ansprache ging der Landrat auch kurz auf die Herausforderungen der Feuerwehren ein, so auf das jüngste Hochwasser , bei dem der Landkreis gegenüber den schrecklichen Bildern aus den Westen noch relativ glimpflich davonkam. Trotzdem waren die Feuerwehren des Landkreises und die der Nachbarlandkreise gefordert. Der Landkreischef dankte den Feuerwehrleuten für ihren unermüdlichen Einsatz. Darin schloss der Landrat aber auch das THW , die Rettungsdienste und die Polizei mit ein. „Der ehrenamtliche Dienst unserer Feuerwehrfrauen und Männer verdient höchsten Respekt und Anerkennung für ihren Einsatz der Bevölkerung“, sagte Tritthart. Aktuell versehen im Bezirksfeuerwehrverband Mittelfranken 1103 Feuerwehren mit 39 252 aktiven Mitgliedern ihren Dienst. Davon sind 3254 Frauen und 4550 Jugendliche. Außerdem gibt es 36 Kinderfeuerwehren mit 438 Mitgliedern. red