Zum Thema Südumfahrung Herzogenaurach :

Wir leben seit mehr als 40 Jahren in Niederndorf – allerdings nicht an der Hauptstraße – und kennen die Leidensgeschichte der Menschen in diesem typischen Straßendorf.

Warum ist eine Durchfahrt so trostlos? Man sieht keinen Baum, keinen bunten Vorgarten, nichts Grünes – außer etwas Gras auf einem leeren Grundstück. Trotzdem ist kein Platz für einen durchgehenden, kinderwagengeeigneten Bürgersteig, geschweige denn für einen Radweg . Für wen sollten die Anlieger an der Hauptstraße etwas verschönern? Etwa für die zigtausend vorbeifahrenden Pkw und Lkw?

Manche Bewohner treten aus der Haustür und stehen nach 80 Zentimetern im brausenden Verkehr. Der städtische Eigenversuch – die Ortsdurchfahrt mit 30-km/h-Beschränkung zu versehen – wurde vom Straßenverkehrsamt nach einigen Monaten wieder entfernt.

Bemerkenswert für mich ist die Behauptung der Südumfahrungsgegner: „Wir wollen die Menschen in Niederndorf entlasten.“ Der vierspurige Kreuzungsausbau Vacher Straße/Hauptstraße bringt ja eine tolle Entlastung. Auch Elektro-Lkws im Jahre 2050 lassen die Scheiben in den wenigen Geschäften klirren. Wer fängt die Autoflut aus Obermichelbach und Vach ab? Auf ÖPNV, Stub und Radverkehr zu hoffen, eröffnet der Stadt keine Gestaltungsfreiheit für Vacher Straße, Peter-Fleischmann-Straße und östliche Hauptstraße.

Sicher ist an der Südumfahrung einiges zu kritisieren. Aber für die Entlastung der Niederndorfer Bürger gibt es derzeit keine bessere Lösung. Und alle, die das hohe Lied des Umweltschutzes, der Naturzerstörung und des Flächenverbrauches anstimmen, sollten sich fragen, ob sie nicht allzu sehr ihre eigenen Interessen über das Gemeinwohl stellen und wahrscheinlich selbst einen Blick ins Grüne haben.

Steht nicht irgendwo in unserem Grundgesetz, dass alle Menschen einen Anspruch auf Chancengleichheit haben? Stimmen Sie für die Südumfahrung – es ist eine einmalige Chance.

Margit und Erwin Piniek

Herzogenaurach

Anmerkung der Redaktion: Weitere Leserbriefe zu diesem Thema werden nicht mehr veröffentlicht.