Kunst und Blasmusik in der Luft

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Bis in die Nacht hinein hat Böhmisch Blech aus Oberfranken ihre Blasmusik gespielt. Lukas Pitule
Bis in die Nacht hinein hat Böhmisch Blech aus Oberfranken ihre Blasmusik gespielt. Lukas Pitule
Was da wohl rauskommt? Künstler Johannes Birzer erklärt Neugierigen den Kunstautomaten.
Was da wohl rauskommt? Künstler Johannes Birzer erklärt Neugierigen den Kunstautomaten.
 

1200 Besucher erleben in der Kirchenburg einen Sommerabend mit Musik, Kunst und historischen Mauern

Freitagabend. Die Hitzewelle ist vorbei. Warmer Sonnenschein liegt über der historischen Wehrkirche in Hannberg, ein lauer Wind weht durch um die Kirche. Während die Tischek-Musi zwischen den Gästen ihre ersten Stücke spielt, stoßen die Besucher an der Weinbar mit einem Aperol an. Kinder stehen am Eisstand Schlange, im Innenhof der Wehrkirche riecht es nach gegrillten Bratwürsten.

An diesem Freitag, 3. Juli, hat Hannberg zum zehnten Jubiläum ihrer Kunst und Kultur in der Kirchenburg eingeladen. Der Abend stand unter dem Motto „Feierliche Blasmusik“ mit dem Heeres-Musik-Korps aus Veitshöchheim als Höhepunkt.

Nahezu 1200 Gäste kamen an diesem Abend in den Gemeindeteil von Heßdorf in die historische Wehrkirche. Gut 60 Helfer sorgten dafür, dass der Abend reibungslos verlief.

Vor historischer Kulisse

Vor der Bühne war kaum noch ein Platz frei. Als das Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim den ersten Marsch anstimmte, saß auch Staatsminister Joachim Herrmann im Publikum. Bei „Sweet Caroline“ sangen viele Besucher laut mit.

Herrmann sagte später: „Es ist doch fantastisch, dass es solche Kulturangebote nicht nur in den großen Städten gibt, sondern auch in den kleineren Gemeinden hier auf dem Land.“

Zwischen zwei Musikstücken blieb auch Landrat Alexander Tritthart immer wieder stehen, um mit Besuchern und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Das Ambiente der historischen Wehrkirche begeistere ihn jedes Jahr aufs Neue. „Der Kulturabend hat immer ein wunderbares Programm. Dieses Jahr Blasmusik, mal Chöre, auch mal Bands – wirklich toll, was hier ehrenamtlich auf die Beine gestellt wird.“

Kunst zum Ziehen

Der ehemalige Zigarettenautomat, umgebaut vom Künstlerpaar Maria Morgenroth und Johannes Birzer zu einem Kunstautomaten, war in der Kunstausstellung ein Publikumsmagnet.

Ein Mädchen hatte gerade ihr zweites Päckchen mit einem Kunstwerk ausgepackt – ein bunter Vogel auf einer Minileinwand – und wollte schon gleich das dritte Päckchen ziehen.

Johannes Birzer erklärte: „Der Automat funktioniert nur mit alten D-Mark-Stücken.“ Die Künstler haben lange alte 2-Mark-Stücke gesucht und sie über die Zeit hinweg gesammelt. Beim Tausch von sechs Euro hat man dann vier Mark bekommen, die man in den Automaten werfen kann.

Auch Heßdorfs Bürgermeister Axel Gotthardt hat der Automat überzeugt: „Sehr kreativ“, fand er. „Ich freue mich, dass der Abend neben guter Musik auch vielseitige Kunst präsentiert.“

Blasmusik bis in die Nacht

Mit der Dämmerung wechselte die Stimmung. Bunte Scheinwerfer tauchten die Wehrkirche in Licht, während Böhmisch Blech den Abend musikalisch ausklingen ließ.

Thomas Willert, Vorstand des Kunst- und Kulturvereins in Hannberg, stand mit einigen Helfern am Stehtisch und trank sein erstes Bier des Abends. „Mir geht es richtig gut“, so der Vorstand des Vereins. „Ein wirklich toller und gelungener Abend. Ich bin allen Helfern unendlich dankbar, dass der Abend so gut gelaufen ist.“

Die ersten Gäste machen sich langsam auf den Heimweg. Andere bleiben noch mit einem Glas Wein zwischen den alten Mauern stehen. Aus dem Burghof klingt weiter Blasmusik.