Kinderhort: Hacker wartet auf Förderung

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Die Pläne für den Neubau eines Kinderhorts in Oberreichenbach hat der Gemeinderat schon abgesegnet, doch den tatsächlichen Startschuss für den Bau wil...

Die Pläne für den Neubau eines Kinderhorts in Oberreichenbach hat der Gemeinderat schon abgesegnet, doch den tatsächlichen Startschuss für den Bau will Bürgermeister Klaus Hacker (FWG) noch nicht geben: "Ich hoffe, dass in der neuen Bundesregierung der Ausbau von Ganztagsbetreuung wieder höchste Priorität hat." Erhofft wird sich davon eine Förderung des Kinderhorts von 80 Prozent, weshalb bis nach den Wahlen im Herbst gewartet werden soll.

Ohne dieses zusätzliche Förderprogramm, auf das Hacker zuversichtlich wartet, müsste die Gemeinde derzeit etwa 45 Prozent der Ausgaben selbst tragen, was bei Gesamtkosten von 2,1 Millionen Euro eine ordentliche Summe wäre. Holger Bock (FWG) plädierte dafür, die eventuellen Fördergelder nicht abzuwarten, sondern den Bau bei der aktuell vorteilhaften Zinslage über Langzeitfinanzierung zu tragen, um nicht noch mehr Zeit verstreichen zu lassen. Er gab außerdem zu bedenken, dass die erwarteten Förderprogramme noch nicht in Stein gemeißelt seien.

Hacker ließ sich jedoch nicht beirren: "Ich bin mir ganz sicher, dass es besser ist, wenn wir die Wahl abwarten, da wird ein Förderprogramm kommen, das habe ich im Gefühl ", bekräftigte er seinen Ansatz. Schließlich beschloss der Gemeinderat mit nur einer Gegenstimme, den Plan von Klaus Hacker zu verfolgen und eine 80-Prozent-Förderung abzuwarten.

Auch im Oberreichenbacher Ortskern soll gebaut werden: Hier konnte die Gemeinde ein an der Hauptstraße liegendes größeres Grundstück erwerben, auf welchem Tagespflegeeinrichtungen und Seniorenwohnungen entstehen sollen. Um das Bestmögliche aus den Planungen herauszuholen, beschloss der Gemeinderat , das Plangutachten als Mehrfachbeauftragung durchzuführen.

Verschiedene Planungsbüros erhalten hier die Gelegenheit, mit Vorgaben der Gemeinde ein Planungsgutachten zu erstellen. Ein siebenköpfiges Preisgericht aus Fachleuten und Gemeinderäten wird den Siegerentwurf auswählen. Die Gemeinde legt besonderen Wert auf Barrierefreiheit, klimatisierte Anlagen und möglichst nachhaltige Bauweise . Nach der Hälfte der Einreichungsfrist werden deshalb individuelle Treffen mit allen Bewerbern angesetzt, damit kein Architekt mit seinen Plänen völlig am Ziel der Gemeinde "vorbeischießt".

Darüber hinaus verabschiedeten die Räte die Jahresrechnungen 2018 und 2019, die beide mit Überschuss geendet hatten, wodurch Oberreichenbach Rücklagen in Höhe von 2,3 Millionen Euro verzeichnen konnte. In der Verwaltung stellt man sich aufgrund der Pandemie für dieses Jahr bereits auf einen niedrigeren Überschuss ein.

Ein Anliegen war dem Bürgermeister auch die Auswertung der Geschwindigkeitsmessung in der Eckenberger Straße: Hier wurden Höchstgeschwindigkeiten von 90 km/h gemessen - erlaubt sind hier 30. Im nächsten Amtsblatt wird ein Begleitzettel mit dem Appell an die Bürger beigelegt, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten.