Bereits das zweite Jahr in Folge musste das beliebte Sommerfest am mittelfränkischen Standort der Barmherzigen Brüder entfallen. Die Corona-Maßnahmen der bayerischen Regierung ließen eine Veranstaltung im üblichen Rahmen nicht zu.

Bedürfnis nach Normalität

Kleinere Aktionen im Jahresverlauf hatten allerdings gezeigt, dass es gelingen kann, Alternativen zu finden, um Gemeinschaft zu erleben. Bei vielen Bewohnern und Beschäftigten wuchs der Wunsch, endlich wieder etwas Normalität und Ausgelassenheit zu spüren. Und angesichts der sinkenden Inzidenzzahl fassten die Verantwortlichen dann den Mut , eine interne Ersatzveranstaltung für das Sommerfest zu initiieren: das Johanni-Fest im vergangenen Juni.

Diplom-Theologin Christa Tottmann hatte mit ihrem Festkomitee einen Zeit- und Ablaufplan erarbeitet, der klare Strukturen vorgab, denn: neben dem lang ersehnten Festerlebnis hatte der Infektionsschutz weiterhin oberste Priorität. Eine speziell konzipierte Einbahnstraße ermöglichte dabei jedoch ein gewisses „Kerwa-Gefühl“. Am Eingang bekamen alle Besucher einen Wertgutschein. An verschiedenen Buden im Schlossgelände gab es dann allerlei Leckereien: Bratwürste, Veggie-Burger, Eis, gebrannte Mandeln und weitere feine Sachen.

Wer Lust auf Spiel und Spaß hatte, kam beim Spickern, Weitwurf und an der Losbude auf seine Kosten. Die Bewohnervertretung engagierte sich mit einem eigenen Informationsstand. „Ich freu’ mich, dass wir endlich wieder mal feiern dürfen“, sagte eine Bewohnerin mit strahlenden Augen.

Auch für Musik war gesorgt: Förderstättenleiter Reginald Niksch gab einige Songs mit seiner Gitarre zum Besten – einige der Anwesenden stimmten spontan in seinen Gesang ein.

Biblische Gespräche

Vereinzelt kam die Geschichte des Täufers Johannes an den Tischen zur Sprache – der Veranstaltungstag, also der 24. Juni, ist sein Ehrentag. „Gott ist gut zu uns“, übersetzte Seelsorger Peter Jankowetz dessen Namen ins Deutsche. Er lud die Anwesenden ein, einen angefangenen Satz zu beenden: „Alles ist gut für mich, wenn…“. Ihre vervollständigten Aussagen schickten sie dann als Postkarte per Helium-Luftballon in die Höhe. Tage darauf kamen einige Antworten zurück.

Spende für Kamerun

Ein Teil der Einnahmen geht an das diesjährige Missionsprojekt der Barmherzigen Brüder „Hilfe für Batibo“ nach Kamerun. Seitens des Ordens hatte Pater Thomas Väth seinen Urlaub unterbrochen, um in seine Heimat zu kommen und die Gäste zu begrüßen. red