Röttenbach  — Seit über fünf Jahrzehnten engagiert sich der Röttenbacher Johann „Hans“ Müller ehrenamtlich in seiner Heimatgemeinde. Am Donnerstag wurde er dafür mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Bereits im November 2020 wurde die Auszeichnung, die durch den Bundespräsidenten vergeben wird, bekannt gemacht. Doch erst jetzt war es möglich, die Ehrung in einem entsprechenden Rahmen in der Lohmühlhalle vorzunehmen. Die Freude darüber, dass solche Veranstaltungen nun wieder möglich sind, äußerten auch Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) und Landrat Alexander Tritthart ( CSU ) in ihren Ansprachen.

Wahl bedankte sich bei Müller für seinen ehrenamtlichen Einsatz und würdigte ihn als wichtigen Begleiter sowie Ratgeber in seiner Tätigkeit als Bürgermeister . Besonders seine Menschlichkeit und seinen offenen Umgang wisse er zu schätzen.

Johann Müller engagierte sich 41 Jahre in verschiedenen Funktionen im TSV Röttenbach und war dabei maßgeblich an der Gestaltung des Sportgeländes und beim Bau der Mehrzweckhalle beteiligt. Auch im Soldaten- und Kameradschaftsverein war er als Kassier und kommissarischer Vorsitzender tätig. Von 1972 bis 1978 und von 1984 bis 1996 gehörte Müller dem Gemeinderat an und fungierte von 1990 bis 1996 als Zweiter Bürgermeister . Viele neue Projekte stieß er ab 2005 durch seine Arbeit im Seniorenbeirat an.

Wandergruppe gegründet

Die eigene Leidenschaft für das Wandern führte zur Gründung einer Seniorenwandergruppe mit durchschlagendem Erfolg. Heute werden wöchentlich Wanderungen, aber auch Tagesausflüge sowie mehrtägige Wanderfahrten für bis zu 200 Mitwanderer organisiert. Daraus entstand auch die Idee einer Wanderkarte rund um Röttenbach , die Müller mit der Gemeinde umsetzte.

Später folgte die Aktion „Frischer Wind 55 plus – Fit im Alter“ um junge Rentnerinnen und Rentner zu mobilisieren. Ab 2016 entwickelte der nimmermüde Macher das bis dahin einzigartige Fahrdienst-Projekt „RöBUS“. Seit 2017 bietet der kostenlose Mini-Bus ein wichtiges Mobilitätsangebot für Senioren in Röttenbach . Zu erwähnen sind weiterhin die Projekte „Heinzelmännchen“ und „Silbernetz“, die hilfsbedürftigen sowie gehandicapten Menschen durch eine Art Nachbarschaftshilfe Unterstützung bieten.

Um die Gemeinde auch zukünftig mitzugestalten rief Müller zudem den Arbeitskreis „Visionen Röttenbach 2030“ ins Leben, mit dem Ziel, die Dorfgemeinschaft zu erhalten.

Alexander Tritthart freute sich ganz besonders, diese Ehrung vorzunehmen, da dies auch ihm als Landrat nur selten vergönnt ist. Neben den zahlreichen Verdiensten Müllers betonte er in seiner Laudatio die Wichtigkeit der Unterstützung durch die Familie. Ein Ehrenamt beanspruche nun einmal viel Zeit, wie er selbst aus seiner früheren Tätigkeit beim ASV Weisendorf zu berichten wusste. Tritthart äußerte die Hoffnung das solche Verleihungen dazu dienen, dass junge Menschen dem Vorbild eines Johann Müller folgen.