Eine dringliche Empfehlung des städtischen Ordnungsamtes, das Johannisfeuer auf dem Sonnenstuhl angesichts hoher Waldbrandgefahr ausfallen zu lassen, konnten die Pfadfinder der St. Georgspfarrei nur vernachlässigen, weil die freiwillige Feuerwehr ihre dauernde Präsenz zusagte. Feuerwehrleute wie die Pfadfinder ermöglichten so einigen Hundert Besuchern einen kurzweiligen Abend.

Sinnbild für die Glut der Liebe

Mit viel Mühe bereiteten die Pfadfinder alles vor, und die bereits arbeitenden Jugendlichen nahmen sich seit Mittwoch Urlaub, um alles vorzubereiten und den Holzhaufen zu beaufsichtigen, nicht zuletzt wegen der akuten Waldbrandgefahr . Voraus ging ein Gottesdienst neben dem malerisch gelegenen Gelände der St. Georgspfarrei.

In seiner Ansprache stellte Stadtpfarrer Kilian Kemmer zwei Fragen in den Mittelpunkt: Muss das sein und braucht man das? Diese Fragestellungen beziehen sich nicht selten auf den christlichen Glauben und auf die traditionelle oder angepasste Praxis des Glaubens. Ob Gottesdienstbesuch, Gebet, Beichte, Taufe, Erstkommunion, Firmung und Weiteres sein müssen, rückt nach Kemmers Worten eine zweitrangige Fragestellung ins Zentrum. Viel wichtiger stellt sich für ihn die Frage, ob sich die Menschen von Gott bedingungslos geliebt fühlen. Das verzehrende Feuer sei ein Sinnbild für die Glut solcher Liebe, so der Abschluss des Gottesdienstes. Das große, meterhohe Feuer der Pfadfinder führte diese Gedanken sehr eindrücklich vor Augen. red