Viele Jahre lang waren Bündnis 90/Die Grünen Mitglied im Erlanger Bündnis für den Frieden (EBF) . Nun hat der Kreisvorstand einstimmig beschlossen, aus diesem Bündnis auszutreten.

Wie es dazu in einer Mitteilung heißt, sind in den vergangenen Wochen seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Spannungen mit anderen Mitgliedern im Erlanger Bündnis für den Frieden immer deutlicher geworden. Seit Ende Februar organisieren die Grünen gemeinsam mit den Christen für den Frieden in Erlangen wöchentliche Kundgebungen für den Frieden – unterstützt von den Parteien CSU , SPD und FDP . „Auf diesen Kundgebungen setzen wir uns gemeinsam für Frieden in der Ukraine ein. Wir verurteilen den völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine ohne Wenn und Aber. Es ist ein Angriffskrieg, den wir als solchen auch klar benennen“, so Gerald Maurer, Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen .

„Dabei suchen wir nicht nach einer Erklärung, ob westliche Nationen für Putin einen Anlass zu diesem Krieg gegeben haben mögen. Solche Stimmen aus den Reihen des EBF finden wir in der momentanen Kriegssituation absolut nicht nachvollziehbar. Die Entscheidung, in die Ukraine einzumarschieren und damit das Leben Tausender von Menschen zu zerstören, hat allein Putin getroffen. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis“, so Julia Bailey, ebenfalls Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen .

Das Erlanger Bündnis für den Frieden hält an seinen Positionen fest und fordert mit dem traditionellen Ostermarsch „Die Waffen nieder!“ ein ausnahmsloses Verbot von Waffenexporten . Es hat sich zum Ziel gesetzt, für eine Welt ohne Waffen, ohne Armeen und ohne Kriege zu kämpfen, heißt es im Schreiben der Grünen. „Wir als Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen wünschen uns auch genau eine solche Welt ohne Waffen, eine Welt, in der Meinungsverschiedenheiten im Dialog behandelt werden. Eine Welt, in der Interessen durch Überzeugung und nicht mit Gewalt durchgesetzt werden.“

Aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen müsse aber nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine Friedenspolitik neu gedacht werden. Solange ein Verhandlungspartner jegliche Vereinbarungen missachtet, bleibe eine Verhandlungslösung als alleiniges Mittel „leider bloß ein schöner Traum“.

Aus diesen Gründen sei Bündnis 90/Die Grünen aus dem Erlanger Bündnis für den Frieden ausgetreten und werde sich dieses Jahr auch nicht am Ostermarsch beteiligen. red