Zu einer Infoveranstaltung zum anstehenden Bürgerentscheid hatte das Bündnis, das die Südumfahrung befürwortet, die Bürger eingeladen. Es besteht aus der Niederndorfer Bürgerinitiative „Pro Südumfahrung“, der CSU , der SPD und der Jungen Union (JU). An der Diskussionsrunde nahmen auch die Gegner der Umgehungsstraße umfangreich teil, wie es in einer Pressemitteilung der Veranstalter heißt.

Eingangs berichtete der Niederndorfer Erwin Piniek stellvertretend für alle, die besonders von der Straße belastet sind. Er wies darauf hin, wie lange die Bürger schon auf eine Lösung warteten, die ihnen schon seit Jahrzehnten, seit Bürgermeister Hans Ort, versprochen würde.

Wortbruch vorgeworfen

In der Diskussion erhielt die Grünen-Stadträtin Retta Müller-Schimmel von der Gegnerseite als Erste das Wort. Sie warf dem Bürgermeister Wortbruch vor, weil er seit 2008 seine Meinung zur Südumfahrung geändert habe. German Hacker antwortete, dass er – genau wie die Gegner heute – vor seiner Wahl als Bürgermeister gedacht habe, der Bau der Ostspange, also nur eines Teiles der Südumfahrung, reiche aus. Er habe aber im Zuge der Gutachten seine Meinung ändern müssen, insbesondere weil der Bau der Ostspange allein zwar Niederndorf entlasten würde, aber mehr Verkehr in die Bamberger Straße, Flughafenstraße, Rathgeberstraße und Dr.-Wilhelm-Schaeffler-Straße leiten würde. Komme die Südumfahrung nicht, wäre der gesamte Norden Herzogenaurachs mit mehr Verkehr belastet, sagte Hacker. Auch 10.000 neue Arbeitsplätze, die seit 2009 in Herzogenaurach zusätzlich entstanden seien, forderten einen Ausbau der Infrastruktur, sowohl in Sachen Schiene als auch Straße.

In der Diskussion ging es laut Pressemitteilung zwischen den Niederndorfern und den Gegnern mitunter emotional zu. Die Einwürfe von Vertretern des Bundes Naturschutz nach Schutz der Artenvielfalt wurden demnach mit Kopfschütteln quittiert, weil man auch Menschen schützen müsste. JU-Fraktionsvorsitzender Konrad Körner hielt dem insbesondere entgegen, dass niemand Eingriffe in die Natur schönrede und man diese Themen ernst nehme. Er nannte aber auch den Schutz der Arbeitsplätze.

Flächenverbrauch

Die zusätzlichen Artenschutzmaßnahmen würden eben auch bedeuten, dass bisherige Felder ökologisch massiv aufgewertet würden. Dass Landwirte dies kritisch sähen, sei verständlich, warum allerdings Vertreter des Bundes Naturschutz Ausgleichsflächen, die dem Arten- und Naturschutz dienen würden, bekämpften, sei ihm ein Rätsel.

Die Veranstalter nahmen auch zu den teils sehr unterschiedlich kursierenden Flächenangaben Stellung. So liege der tatsächlich Verbrauch an Straßenfläche bei acht Hektar, zusätzlich kämen knapp zwölf Hektar hinzu, die für die Baustelleneinrichtung benötigt werden. Diese würden anschließend renaturiert und wiederhergestellt. Andere Angaben von 30 Hektar „Flächenverbrauch“ beinhalteten laut Pressemitteilung allerdings die Ausgleichsflächen. Also Äcker oder ehemals unbenutzte Flächen, die einer ökologischen Aufwertung – etwa zu Feucht- und Trockenwiesen oder Streuobstbeständen – zugeführt würden. red