Unterschiedlich haben sich die Einschränkungen wegen der Coronakrise auf das Leben und die Arbeit in den städtischen Bildungseinrichtungen ausgewirkt. Das geht aus den Jahresberichten hervor, die jüngst vor dem Kulturausschuss erstattet wurden. Informiert haben Volkshochschule und Musikschule , Stadtmuseum und Stadtbücherei , Generationenzentrum und Kulturamt .

Tenor der Referenten: Die strengen Hygienevorschriften waren oftmals mit einem erhöhten Aufwand verbunden. Das Interesse der Bevölkerung an den Angeboten war trotz Lockdown groß, entsprechend nachgefragt wurden die Online-Formate.

Volkshochschule

Im vergangenen Jahr wurden 481 Veranstaltungen mit 4350 Veranstaltungen angeboten. Das sind, wie VHS-Leiter Oliver Kundler erläuterte, zwar weniger als die sonst üblichen mehr als sechshundert, aber angesichts der Umstände dennoch relativ viel. Im Winter allerdings hätten sich, bedingt durch den erneuten Lockdown, die Zahlen halbiert. 70 000 Euro an Honorar wurden durch den Wegfall von Angeboten eingespart.

Ein anfängliches Problem sei es gewesen, Räume zu finden, als man ab Juni zum Präsenzunterricht zurückkehren durfte, ergänzte Fabienne Geißdörfer. "Wir mussten manche erst von unserem Hygienekonzept überzeugen". So galt es, die Umsetzung der Vorschriften und Reinigungszyklen der Schulen mit den Maßnahmen der Erwachsenenbildung in Einklang zu bringen. Schließlich hätten mehr als zwanzig Sprachkurse mit rund 200 Teilnehmern im Juni den Unterricht an der Realschule fortsetzen können, sagte die stellvertretende VHS-Leiterin. Wichtig war laut Kundler, dass die VHS Herzogenaurach zu einem Zeitpunkt ein so genannter Corona-Hotspot war.

Am 1. Dezember wurde der Unterricht in Präsenz erneut untersagt. 54 Sprachkurse wechselten in den Online-Unterricht und nutzten Videokonferenzen. Das geschah mit dem Lernmanagementsystem vhs.cloud, über das deutschlandweit 25 000 Kurse mit fast einer halben Million Teilnehmern digital abgewickelt werden.

Stadtbücherei

Einen wahren Besucheransturm erlebte die Stadtbücherei , schilderte Gabriele Lechner. Sie bezog das auf die letzten drei Öffnungstage vor dem ersten Lockdown vom 13. bis 16. März. Aber auch während der Schließung war die Bibliothek telefonisch und per mail erreichbar. Insgesamt zog die Leiterin alles andere als ein schlechtes Fazit zum Coronajahr 2020. Man habe richtig gute Zahlen gehabt.

Das lag zum einen daran, dass 2019 durch den Umzug ins Interimsrathaus nicht so einfach gewesen sei. Da hatte man auch seine Schließzeiten. Die Online-Angebote blieben laut Lechner konstant und setzten auch im Lockdown die Grundversorgung sicher. Nach der Schließung im März stiegen die Zugriffszahlen auf die Franken-Onleihe sprunghaft an. Im Spitzenmonat August wurden 2652 Medien entliehen. Und es habe viele Pauschalverlängerungen gegeben.

Die Leiterin erwähnte auch, dass der zur Wiedereröffnung am 11. Mai befürchtete "Rückgabe-Tsunami" ausgeblieben sei. Man hatte die Öffentlichkeit im Vorfeld gut informiert. Der zweite Lockdown kam am 1. Dezember, teilweise war noch Abholservice erlaubt. "Wir sind noch mit am besten durchgekommen", bilanzierte Lechner.

In ihrem Ausblick auf das laufende Jahr verschwieg die Bibliothekarin nicht, dass man wegen der räumlichen Beschränktheit zwar schon seit einigen Jahren auf die Online-Bestände setze. Doch wegen Corona mussten traditionelle Formen fast gänzlich ausgesetzt werden. Wenn man jetzt zu einer "Normalität" zurückkehre, würden sicher erhöhte personelle Anstrengungen nötig sein.

Stadtmuseum

Wie die Leiterin des Stadtmuseums , Irene Lederer, erläuterte, habe die Pandemie sehr viele Pläne zunichte gemacht. Man sei mit großer Zuversicht ins Jahr gegangen, die Ausstellung "Unwiderstehlich!" über die Werbewelt von gestern habe 550 Besucher erreicht. Aber danach ei man jäh ausgebremst worden, sagte Lederer. Zwei große Ausstellungen über die DDR und über Zwangsarbeiter in Herzogenaurach wurden auf 2021 verschoben. Die coronabedingte Schließung schlug sich freilich auf die Besucherzahlen nieder. Insgesamt gab es 945 Besucher, also etwa die Hälfte der sonstigen Zahlen.

Auch die Museumspädagogik bekam die Pandemie zu spüren. Sie umfasst in der Regel Führungen und Workshops im Museum, die nun aber nicht mehr möglich waren. Besonders für Kinder und Jugendliche soll das Museum durch dieses Konzept zum Erlebnisort werden, an dem Geschichte begreifbar wird. Weil die geführten Schulklassenbesuche aber weggebrochen sind, musste man sich etwas anderes überlegen, erklärte Cristian Hoyer, pädagogischer Mitarbeiter im Stadtmuseum . Also ging das Museum an die Schulen und gelangte auch während des Lockdowns virtuell in die Klassenzimmer.

Weitere Berichte erstatteten Helmut Biehler über die vom Amt für Stadtmarketing und Kulturamt organisierten Angebote sowie Evi Bauer über die Arbeit im Generationen-Zentrum (der FT berichtete bereits). Margit Denk sprach, unterstützt von Johannes Göller, über die Musikschule (siehe untenstehend).