Für den 26. Oktober ist deswegen das Gespräch zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und Bayerns Finanzminister Albert Füracker angesetzt. Diesem habe man jetzt schon ganz explizit die „dramatische Finanzsituation der bayerischen Kommunen“ dargelegt. Federführung für die Forderungen ist der Bayerische Landkreistag. Ganz entscheidende Kernforderung der Verbände ist wegen der desaströsen Zahlen das solide Stärken der Verwaltungshaushalte.
Als ganz konkrete Punkte fordern die Verbände die kräftige Anhebung der Schlüsselzuweisungen sowie weitere Unterstützungen für die Bezirke, damit die Umlagen sowie die mit ihnen verknüpften hohen Belastungen effektiv gemildert werden. Ergänzend möchten die Spitzenverbände für diverse staatliche und übertragene Aufgaben entlastende Finanzzuweisungen.
St. Anna gegen den Trend
Das vom Landrat verlesene Schreiben fordert ebenfalls Nothilfeprogramme für kommunal geführte Kliniken außerhalb des klassischen Finanzausgleichs. Diese Ergänzung veranlasst Tritthart gar den neuen Zahlen des kommunalen Finanzausgleichs etwas Positives abzugewinnen. Entgegen des Trends der vielen hoch verschuldeten Krankenhäuser sei es gerade das Höchstadter Krankenhaus St. Anna, das gegen die Prognose wirtschafte und das Defizit relativ stabil gestalte, sagte Tritthart. Das sei schon „top“, denn das Hauptproblem vieler Landkreise seien gerade die Kliniken.
Streichungen seien jetzt nötig, sagten sowohl Tritthart als auch Kämmerer Vogel. Tritthart stellte klar, dass das nicht zwangsläufig einen Investitionsstopp bedeute. So seien die beiden Linienbündel für den ÖPNV rund um Höchstadt und Weisendorf ganz entscheidend für Mobilität und eine grünere Form der Fortbewegung. Sparen müsse die Verwaltung bei den Personalkosten.
Kämmerer Vogel hatte berechnet, dass 9,2 Millionen Euro der 14,6 Millionen Euro großen Deckungslücke die Bereiche Jugendhilfe, den öffentlichen Nahverkehr und eben das Personal betreffen. Deswegen könne man in diesen Bereichen sparen.
Für das Jugendamt des Landkreises schilderte Abteilungsleiter Manuel Hartel, dass die Fälle an Komplexität gewinnen. Sparen sei da schwierig. Monika Tremel (Grüne) sprach sich für Bedacht aus, wenn gekürzt werde. Man müsse immer genau abwägen, was dies für die jeweils Betroffenen ganz genau bedeute.
„Mehr als beängstigend“, fasste Karsten Fischkal (FW) die jüngsten Zahlen zusammen und forderte deswegen die geeigneten Signale an die Entscheider des Bundes und des Freistaats zu senden. Das soll nun das Spitzengespräch am 26. Oktober leisten. Dessen Ergebnisse, sagte Landrat Alexander Tritthart , werden den Kreisräten dann sofort übermittelt.