Die Corona-Pandemie sei schon zu spüren, sagt Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter ( CSU ). Der Gastronomie und manchen Unternehmen seien Einnahmen weggebrochen. Dennoch sei die Gemeinde gut durch die Krise gekommen. Dies zeigt auch der diesjährige Haushalt, der – mit einem Gesamtvolumen von sechs Millionen Euro – in der Sitzung am Mittwoch einstimmig verabschiedet wurde.

Die Gewerbesteuer habe mittlerweile „eine tragende Rolle übernommen“, schreibt VG-Kämmerer Tobias Weiß im Vorbericht. Schwankungen bei diesem Einnahmeposten würden sich daher unmittelbar auf den Haushalt auswirken. 300 000 Euro hat er im vorliegenden Haushalt für die Gewerbesteuer angesetzt, das sind 50 000 Euro mehr als im Vorjahr. Auch bei der Beteiligung aus der Einkommensteuer weist der diesjährige Etat eine geringfügige Steigerung um 30 000 Euro auf nunmehr 890 000 Euro aus. Als Folge der vorausgegangenen mageren Jahre kann Gremsdorf in diesem Jahr mit einer stattlichen Schlüsselzuweisung in Höhe von 594 000 Euro (im Vorjahr nur 36 400 Euro) rechnen.

565 500 Euro Kreisumlage

Diese Finanzausgleichsmittel werden allerdings von der Kreisumlage beinahe komplett wieder „aufgefressen“. 565 500 Euro wird die Gemeinde in diesem Jahr an den Landkreis abführen. Im Verwaltungshaushalt dieses Jahres soll eine „minimale Zuführung“ erwirtschaftet werden. Die 34 100 Euro, die der Kämmerer vorher berechnet, reichen allerdings nicht aus, um den Schuldendienst zu bedienen.

Im Vermögenshaushalt werden vor allem bereits begonnene Maßnahmen finanziert. Eine neue Kreditaufnahme wird nicht notwendig. Dafür aber ein kräftiger Griff in die Rücklagen. 672 000 Euro müssen zur Finanzierung der Investitionsmaßnahmen entnommen werden. Die Gemeinde hat dann aber immer noch mehr als eine Million Euro auf der hohen Kante.

Erschließung beginnt heuer

Der Erwerb von Baugrundstücken ist im Vermögenshaushalt mit 363 000 Euro angesetzt. Für den Neubau des Gemeindebauhofs werden (bei Gesamtkosten von etwa 1,4 Millionen Euro ) in diesem Haushalt noch 325 000 Euro notwendig. Hinzu kommt mit 183 000 Euro die Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs für den Bauhof.

Das neue Baugebiet „Buch West/II“, in dem 15 Baugrundstücke entstehen sollen, schreitet voran. Die Arbeiten für die Erschließung wurden zum Teil bereits vergeben. Im Haushalt schlagen sich diese mit 410 000 Euro für die Kanalbauarbeiten und 120 000 Euro für die Wasserversorgung nieder. Für den Straßenbau , der noch in diesem Jahr beginnen soll, weist der Haushalt nur einen Teil der Baukosten aus. Der größere Brocken wird sich im Haushalt des nächsten Jahres niederschlagen. Folge der Baugebietsausweisung könne eine wachsende Einwohnerzahl sein, die sich wiederum auf höhere Einnahmen aus der Einkommensteuer auswirken könne, schreibt Weiß am Ende des Berichts.

Zum Ende des Haushaltsjahres sollen die Schulden der Gemeinde auf 934 Euro pro Kopf der 1616 Einwohner reduziert werden. Die Tendenz zum Schuldenabbau soll auch in den nächsten Jahren anhalten.