Das gab es in der 100-jährigen Geschichte des TSV Harsdorf noch nicht, dass bei der Jahresversammlung über zwei Vereins- und Geschäftsjahre Bilanz gezogen wurde. Und das nicht wie gewohnt im vereinseigenen Sportheim, sondern coronakonform im Saal des Gemeindezentrums "Zur Tanne".

Das Wichtigste vorweg: Vorsitzender Manfred Zapf wurde einstimmig wiedergewählt, obwohl er sein Amt eigentlich in jüngere Hände legen wollte. Das gelang aber Wolfgang Hinsche, der über 40 Jahre alle Vorstandsämter im Verein mit großer Leidenschaft und großem Engagement bekleidet hatte und sein Amt als Schatzmeister nun an Klaus Gewinner übergab.

Der neue Vorstand

Das Ergebnis der Neuwahlen: Vorsitzender Manfred Zapf, Zweiter Vorsitzender Thomas Hirschmann, Kassierer Klaus Gewinner, Zweiter Kassierer Stefan Hereth, Schriftführerin Christina Stein, Geschäftsführer Udo Schicke, Spielleiter Senioren Jörg Hinsche, Matthias Dörfler, Andre Kretzer und Rocco Funke, Jugendleiter Klaus Masel und Dirk Wesser, Gymnastik und Breitensport Erika Hinz, Theatergruppe Heike Schoberth-Wesser und Heidi Dörfler, Öffentlichkeitsarbeit Elena Dörfler, Kassenprüfer Wilhelm Lauterbach und Thomas Wilke.

Mitgliederzahl gesunken

Vorsitzender Zapf beschränkte sich bei seinem Rechenschaftsbericht auf das Wesentliche und richtete den Blick in die Zukunft und darauf, wie es in und nach diesen schwierigen Zeiten weitergeht. Die Corona-Pandemie habe die Zahl der Mitglieder von 365 im Jahr 2019 auf nunmehr 338 sinken lassen. 2019 sei das 100-jährige Vereinsbestehen gefeiert worden, das mit einer Silvesterfeier auf dem Gelände der Metallbau-Firma Schmitt begonnen habe. Das Jahr 2020 habe mit den Theaterabenden verheißungsvoll begonnen, was den Vorsitzenden bei den überzeugenden Darbietungen der Theatergruppe nicht überraschte: "Auch das finanzielle Ergebnis konnte sich einmal mehr sehen lassen." Gut besucht gewesen sei auch der Sportlerfasching, bei dem ein gutes Programm geboten wurde. Ein weiterer Höhepunkt sei das Schlachtfest gewesen. "Die in Eigenerzeugung hergestellten Fleisch- und Wurstwaren wurden uns förmlich aus der Hand gerissen. Hier hat unser neu formiertes Schlachtteam eine gute Arbeit geleistet." Und dann sei der 20. März 2020 mit Ausgangsbeschränkungen wegen Corona ab 24 Uhr gekommen. Zapf: "Von da an ging nichts mehr!"

Kritik am BLSV geübt

Mit dem Ausfall der geplanten Veranstaltungen und auch der Absage der Theatersaison 2020/21 sei die finanzielle Situation des Vereins nicht einfach zu bewältigen gewesen. Beeindruckt zeigte sich Vorsitzender Zapf von der Spendenaktion, die zu einem außergewöhnlichen Erfolg geführt habe. Der TSV habe auch eine staatliche Corona-Hilfe erhalten und der Landkreis habe die Übungsleiterpauschale verdoppelt.

Für die Beitragserhöhung des BLSV zeigte Zapf allerdings überhaupt kein Verständnis.

Im sportlichen Bereich hob der Vorsitzende die Jugendarbeit in der Kickers-SG mit dem TSV Neudrossenfeld und dem TSV Trebgast hervor. Der Abstieg der 1. Mannschaft aus der Kreisklasse sorgte für einen massiven Rückgang der Zuschauerzahlen. Zapf dazu: "Der Umsatz leidet natürlich stark, zumal wir doch aus den Jahren der Kreisklassenzugehörigkeit sehr verwöhnt waren." Erstmals in der Vereinsgeschichte musste für die neue Saison mit dem SV Lanzendorf auch mit der 1. Mannschaft eine Spielgemeinschaft gebildet werden.

Appell an die Mitglieder

Im weiteren Bericht ging Manfred Zapf auf Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Vereinsgelände ein. Schließlich richtete er einen dringenden Appell an die Mitglieder, sich für Arbeiten zur Verfügung zu stellen: "Es kann nicht sein, dass sich die Geschäftsführerin die Hacken ablaufen muss, um Personal zu bekommen, und sich dann dabei auch noch blöd anreden lassen muss."

Mit seinem letzten Kassenbericht übergab Wolfang Hinsche seinem Nachfolger Klaus Gewinner geordnete finanzielle Verhältnisse. Es folgten noch die Berichte von Klaus Masel für den Jugendfußball, Erika Hinz für Gymnastik und Breitensport, Jörg Hinsche für den Seniorenfußball und Heike Schoberth-Wesser für die Theaterabteilung.

Bürgermeister Günther Hübner würdigte in seinem Grußwort die ehrenamtliche Arbeit im TSV und sprach rückblickend von einem tollen Jubiläumsfest, das 2019 gefeiert worden sei. Er freute sich auch über die erfolgreiche Jugendarbeit mit den Nachbarvereinen und übergab eine persönliche Geldspende. rei