Ich weiß nicht, wie es anderen Menschen mit den ständig neuen und leider oft widersprüchlichen Entscheidungen um Corona und die Bewältigung der Pandemie geht? Ich für meine Person fühle mich oft genervt, frustriert und manchmal auch überfordert von all den Meldungen. Denn so vieles kann ich einfach nicht verstehen.

Da gilt als Beispiel die jüngste Entscheidung aus Bayern, den Impfstoff von AstraZeneca für alle Hausarztpraxen freizugeben, ab 18 Jahren und ohne jede Priorisierung. Das ist eigentlich eine erfreuliche Ankündigung, damit es mit dem Impfen endlich vorangeht. Das Problem ist nur, dass im Vorfeld schon so viel Unsicherheit in der Bevölkerung geschürt wurde. Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Impfstoff weiterhin erst für die Personengruppe ab 60 Jahren, während die Europäische Arzneimittelagentur und viele Ärzte keine Bedenken gegen die Gabe des Impfstoffes auch an Jüngere haben. In den bayerischen Impfzentren dagegen wird das Vakzin seit 18. April nur für Zweitimpfungen verwendet. Wer seine erste Anticovid-Spritze bekommt, erhält auf jeden Fall das Mittel eines anderen Produzenten. Vertraut die bayerische Staatsregierung jetzt schon nicht mehr ihren eigenen Beschlüssen? Den Zweiflern leistet das Vorschub. Bei anderen herrscht Ratlosigkeit. Die Liste der Widersprüchlichkeiten lässt sich weiter fortsetzen. Weshalb ist der Verkauf von Zeitungen - was ich ja durchaus begrüße - unbeschränkt erlaubt und somit scheinbar weniger gefährlich als der Tulpenkauf im Blumengeschäft? Weshalb liegt der Inzidenzwert für Distanzunterricht jetzt im Bund bei 165? Wie ist man auf diese Zahl gekommen? Warum darf der Sportler nächtens alleine, aber nicht mit seiner Frau oder Freundin joggen, zu der er wenig später ins kuschelige Bett schlüpft. So viele Fragen, so wenig Antworten.

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