Zu einem Benefizkonzert mit Friedensgebet lud die evangelische Kirchengemeinde Lanzendorf in die St.-Gallus-Kirche ein. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Hannes Wölfel und Stefan Hausner. Sie hatten sich Lieder ausgesucht, die dem Thema gerecht wurden, aber auch "nicht traurig" wirkten. Für Pfarrerin Almut Weisensee war es ein Anliegen, um den Frieden in der Welt und besonders in der Ukraine zu beten.

Dem Abend wohnte auch die ukrainische Familie bei, die in Himmelkron eine Unterkunft erhalten hat und in sehr bewegenden Worten berichtete Thomas Ferdinand, wie er auf der Rückfahrt des Hilfskonvois mit seinen Begleitern die Flüchtlinge in Dresden durch einen Zufall entdeckte und sie kurzentschlossen mit nach Lanzendorf nahm. In seinem Grußwort stellte Dritter Bürgermeister Peter Aßmann (SPD) fest, dass die Selbstverständlichkeit von Frieden, Sicherheit und Freiheit in Europa verschwunden ist: "Wir sehen Bilder von Kämpfen und Explosionen, von flüchtenden Familien mit Kindern, alten Menschen, Menschen, die in U-Bahn-Stationen und Kellern Schutz suchen. Wir sehen Leid und Verzweiflung. All das macht uns betroffen und lässt uns ungläubig zurück. Fassungslos, ohnmächtig, traurig, wütend."

Am Tag nach dem Konzert und dem Friedensgebet traf sich Thomas Ferdinand mit seinen Freunden Daniel Kohl, Sven Kosater und Ivan Perhatyy bei der ukrainischen Flüchtlingsfamilie zu einer gemeinsamen Kaffeerunde. Für Ferdinand war es beim Aufenthalt in Dresden eine lustige Geschichte: "Es waren gleich mehrere Zufälle, denn es war von Anfang an gar nicht sicher, ob wir über Dresden fahren würden. Wir mussten eine Tankstelle suchen und vor uns stand an der Zapfsäule die Familie, die wir dann nach Himmelkron lotsten."

Dann ging alles ganz schnell, Perhatyy hatte sich mit der Familie schon auf ukrainisch verständigt und Ferdinand wusste auch was da los war: "Das Bild konnte man gar nicht beschreiben, denn die Familie war schon 36 Stunden unterwegs und erlebte am Heimatort den Krieg. Man entschied sich aber, zu fliehen und das Haus ist noch abends zerbombt worden."

Peratyy übersetzte die Antwort von Kira zur Frage, welche Dankbarkeit die Familie hier in der Gemeinde Himmelkron empfindet: "Sie war schockiert, wie sie allgemein aufgenommen wurde. Sie war schon viel in Europa unterwegs, war aber noch nicht in Deutschland. Sie habe nie gedacht, dass die Menschen in Deutschland so hilfsbereit sind, um den Flüchtlingen zu helfen. Sie ist davon fasziniert, wie das alles klappt." Rei.