Der Vorstand der Haßfurter SPD diskutierte am Wochenende über das geplante De-Vries-Museum. Am heutigen Montag steht zu dem Thema eine Stadtratssitzung an.
Im Vorfeld der Stadtratssitzung am Montagabend, bei der eine Entscheidung über die Einrichtung eines De-Vries-Museums in Haßfurt fallen soll, diskutierte der Vorstand des SPD-Ortsvereins bei seiner jüngsten Sitzung das Thema kontrovers.


Nicht um jeden Preis

Das Kunsthaus mit einem Museum für den international bekannten und im Steigerwald lebenden Künstler Herman de Vries bietet Haßfurt durchaus Chancen. Darüber waren sich die Vorstandsmitglieder der Kreisstadt-SPD einig, teilt die Partei zu der Versammlung mit. Aber - und auch darüber herrschte Konsens - nicht um jeden Preis. "Einem solchen Projekt kann aus Sicht der Haßfurter SPD nur zugestimmt werden, wenn sich die laufenden Kosten deutlich reduzieren."


"Deutlich zu viel"

Von gut 350 000 Euro Unterhaltskosten je Jahr sprach Stadtrat Manfred Stühler, als er die Planungen vorstellte. "Deutlich zu viel", stellte der Kommunalpolitiker fest. Zudem die Kosten durchaus noch steigen könnten, wie er meinte.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Baum sah zwar die Kosten für das Projekt als sehr hoch an, betonte aber auch die Chancen, die durch so ein Projekt entstehen. "Das hat positive Auswirkung für die ganze Region," meinte er. "Das Museum lockt Touristen nach Haßfurt."


Anziehungspunkt für Touristen

Und diese Touristen würden über das Museum hinaus Geld in Haßfurt ausgeben, führte Reiner Greich den Gedanken fort. Sie kaufen ein, gehen Essen und müssen irgendwo übernachten.
Vorstandsmitglied Sebastian Klein griff den Punkt positive Auswirkung für die ganze Region auf und sah deswegen auch den Landkreis in der Pflicht. "Für das Projekt rund um den Main in Knetzgau gibt der Landrat doch auch Geld. Warum nicht auch für das Kunsthaus in Haßfurt?", fragte er. Auch die Gründung eines Zweckverbandes für das Kunsthaus wurde diskutiert. Marco Feustel brachte einen anderen Aspekt in die Runde ein. Er hält das Gebäude, in dem das Kunsthaus entstehen soll, für zu klein. "Der Platz reicht nicht aus. Wenn man so ein Kunsthaus macht, sollte es ein Neubau sein. Den kann man dann groß genug konzipieren, und es ist auch einfacher, die ganzen Sicherheits- und Klimaanlagen einzubauen."


Viele Pflichtaufgaben stehen an

Dritter Bürgermeister Stephan Schneider fasste am Ende der Diskussion die Punkte zusammen und betonte, dass die Stadträte vor einer schwierigen Entscheidung stünden. Auf der einen Seite stehen die Chancen für Haßfurt, auf der anderen die hohen Kosten und die Gefahr das andere Haushaltsstellen darunter leiden könnten. "Die Stadt hat in den nächsten Jahren viele Aufgaben", erklärte er. "Gerade in der Kinderbetreuung steigen die Ausgaben und die Betreuungsplätze in den Kinderkrippen reichen noch nicht aus."


Kinderbetreuung ist wichtiger

Erst in der letzten Finanz- und Hauptausschusssitzung wurde beschlossen, eine weitere Kinderkrippe zu bauen, und wahrscheinlich müssen noch weitere errichtet werden. "Hier wird das Geld dringender benötigt und die Haushaltslage der Stadt ist nicht mehr so rosig wie noch vor ein paar Jahren."
Neben dem Thema "Museum" stand auch die Planung der Jahresversammlung auf der Tagesordnung. Diese findet am Dienstag, 25. April, um 19 Uhr in der Gaststätte des 1. FC Haßfurt statt. red