„#offengeht – Kunst kennt keine Barriere“: Unter diesem Motto stehen drei Veranstaltungstage, mit denen sich der Caritasverband für den Landkreis Haßberge an der bundesweit jährlich stattfindenden interkulturellen Woche beteiligt. Jana Balling, Flüchtlings- und Integrationsberaterin des Caritasverbandes , hat hierfür in Kooperation mit Siza Zaby, der hauptamtlichen Integrationsberaterin des Landkreises Haßberge, und mit Daniela Schwarz vom Bayerischen Roten Kreuz , Kreisverband Haßberge, Mitarbeiterin des Projektes „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“, ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Weiterer Kooperationspartner ist der Asylhelferkreis Ebern.

„Die interkulturellen Wochen dienen dazu“, sagt Balling, „die Rahmenbedingungen des Zusammenlebens von Einheimischen und Zugewanderten zu optimieren, ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und Vorurteile abzubauen. Gerade die Kunst mit ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten vermag es, Neugierde zu wecken, Barrieren zu überwinden, die Offenheit einer Gesellschaft zu fördern“.

Der Landkreis hat hierzu einiges zu bieten: In Eltmann gründete Theresa Rudolph 2019 ihr Start-up-Unternehmen „Modelabel traditela“, mit dem sie den Gedanken von Toleranz und Wertschätzung gegenüber anderen Kulturen durch die traditionellen Stoffe unterstreichen möchte. Sie präsentiert einige ihrer einzigartigen Produkte, und sie motiviert: „Wie offen und neugierig wir anderen Kulturen gegenübertreten, entscheiden wir selbst.“

Zugewanderte Künstler stellen aus

Siza Zaby, fasziniert von dem künstlerische Potenzial, das sich im Zuge von Migration im Landkreis anreichert, hat organisiert, dass mehrere zugewanderte Künstler aus dem Landkreis Haßberge ihre Werke ausstellen und zeigen, wie viel Talent in ihnen steckt. Und sie griff gerne eine Anregung auf, die ihr im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Integration durch Bildung“ zugetragen wurde: Lieblingsbücher und Lieblingsgedichte aus aller Welt! Sie lädt alle Besucher, zugewanderte Bürger sowie Einheimische gleichermaßen ein, ihr Lieblingsbuch oder -gedicht auszustellen und kurz zu beschreiben, warum er/sie dieses Schriftstück besonders mag.

Aus Regensburg angereist kommt am Donnerstag, 30. September, um 19 Uhr Irina Ganzhorn, die ihre Jugendzeit in Haßfurt verbrachte und sich in der Flüchtlingsarbeit bundesweit einen Namen gemacht hat. Sie bringt zwei Ausstellungen mit: Gemälde aus der Kunstreihe „Wave of hope for the future“, die auf Lesbos entstanden sind, und Fotos, die aus einer dortigen Filmschule stammen. „Die Menschen“, sagt Ganzhorn, „dürfen nicht weiterziehen, die Gemälde und Fotografien schon.“

Eindrücke und Erlebnisse aus Lesbos

Lesbos wird auch am Freitag, 1. Oktober, ab 19 Uhr thematisiert; dann hält Jella-Charlotte Lamken aus Berlin einen Vortrag. Als freiwillige Helferin einer Nichtregierungsorganisation war sie 2019 und 2020 an der Nordküste von Lesbos tätig und berichtet von ihren Eindrücken und Erlebnissen. Daneben wird es Hintergrundinformationen und Raum für Fragen und eine gemeinsame Diskussion geben. Sie schreibt: „Ich möchte dazu beitragen, dass die geflüchteten Menschen und ihre Situation dort nicht in Vergessenheit geraten.“

Landrat Wilhelm Schneider eröffnet die Veranstaltungsreihe mit der Geschäftsführerin des Caritasverbandes , Anke Schäflein, am Donnerstag, 30. September, um 19 Uhr. Am Freitag, 1. Oktober, wird Bürgermeister Jürgen Hennemann zugegen sein, am Samstag, 2. Oktober, kann man tagsüber die Ausstellung in aller Ruhe anschauen. Und Mitorganisatorin Daniela Schwarz wird Sorge dafür tragen, dass wesentliche Ergebnisse der Veranstaltung auf der Website des Mehrgenerationenhauses zu sehen sein werden (www.mehrgenerationenhaus-hassfurt.de). red