Max möchte nicht singen. Er hat zwar seinen Klingelstab mitgebracht, aber in die Reihe der Musikschulkinder möchte er nicht. Der Chor soll nämlich den Eberner Weihnachtsmarkt eröffnen. Salomon Peren, in der Musikschule zuständig für die musikalische Früherziehung , hat mit den Jüngsten vier Weihnachtslieder einstudiert und sortiert nun seine jungen Sänger unter dem Pavillon vor dem Eberner Rathaus. Von Stolz bis Lampenfieber sind in den Kindergesichtern alle Emotionen zu lesen, denn vor ihnen drängen sich Eltern, Großeltern, Paten und noch mehr Verwandte, bereit, den kurzen Auftritt zu verfolgen. Und der Nikolaus soll ja auch noch kommen!

Vier Lieder singen die Kinder, von „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ (dafür brauchen sie die Klingelstäbe) bis zur „Weihnachtsbäckerei“. Die Erwachsenen, Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und die stellvertretende Vorsitzende der Tourismus- und Werbegemeinschaft, Christina Seebach-Künzel, müssen so lange ruhig sein. Sie eröffnen den Weihnachtsmarkt offiziell, doch das geht schnell. Beide loben die vielen Stände, die von Vereinsmitgliedern, Hobbykünstlern und regionalen Erzeugern betreut werden. Im Rathaus, um den Neptunbrunnen herum, im Hof des Seniorenzentrums St. Elisabeth und in der Realschule sind diese Stände zu finden.

Den Marktplatz dominieren professionelle Händler mit nicht unbedingt weihnachtlichem Angebot. Auch hier zeigen sich die Auswirkungen der Corona-Krise. Früher drängten sich die Stände und Besucher des Eberner Weihnachtsmarkts vom Grauturm über den Marktplatz bis hinaus zur Einmündung der Coburger in die Kapellenstraße. Heuer war von den rund 40 angemeldeten Markthändlern nur die Hälfte angereist. Deshalb blieben einige Lücken, und der Marktbezirk endete schon am Stadtberg.

Max hat übrigens am Ende doch mitgesungen. Aus der zweiten Reihe, gewissermaßen. Denn wenn schon der Nikolaus selbst zuhört, sollte man sich keine Blöße geben. Der Nikolaus (Andre Schneider) hatte schließlich kurz vor dem Auftritt der Kinder noch einmal seinen Sack mit Süßigkeiten aufgefüllt. Da wollte und sollte kein Kind leer ausgehen. sb