Die Sozialstation Sankt Hedwig Eltmann versorgte ab 1975 viele hilfsbedürftige Bürger von Koppenwind im Steigerwald bis Kottendorf in den Haßbergen. Mit Beginn des Jahres 2021 fand eine Neuorganisation der Einrichtung statt. Die pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen werden weiterhin wie bisher in ihrer Wohnung versorgt, aber unter dem gemeinsamen Dach der Sozialstation Haßberge.

Als die Sozialstation Sankt Hedwig in Eltmann gegründet wurde, nahm sie eine Vorreiterrolle ein. Die Einrichtung löste damals die bis dahin tätigen Erlöser-Schwestern mit der ambulanten Krankenstation ab; die Schwestern waren bis 1973 mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, um kranken und alten Menschen in den Orten zu helfen.

Zusammenarbeit

Als 1973 vom Mutterhaus in Würzburg die Nachricht kam, dass es keine ambulanten Stationen mehr geben kann, handelten die beiden Kirchen im Raum Eltmann /Ebelsbach und gründeten 1975 die Caritas-Sozialstation Sankt Hedwig in Eltmann . Mit einer Beschäftigten ging es los, bevor noch eine weitere Schwester und eine Familienpflegerin hinzukamen. 1985 teilten sich schon sechs Schwestern den Dienst im Wirkungsbereich von 35 Orten mit knapp 20 000 Einwohnern. Sie betreuten dabei 514 Patienten im Jahr mit 25 055 Hausbesuchen. Mit den Jahren baute die Sozialstation ihre Angebote immer weiter aus mit familienentlastenden Diensten. Dazu wurde ein Menü-Service eingerichtet; es gab die Tagesbetreuung für pflegebedürftige Menschen und Beratungsdienste. Das Betreuungsgebiet umfasste inzwischen 45 Orte in den Gemeinden Breitbrunn, Ebelsbach, Eltmann , Oberaurach, Rauhenebrach, Sand und Stettfeld. Bis zu 40 Mitarbeiterinnen waren mit bis zu zehn Fahrzeugen täglich unterwegs; sie legten im Jahr fast 200 000 Kilometer zurück und versorgten dabei bis zu 450 Patienten .

Dies verursachte Kosten und führte zu Defiziten. Zum Beispiel beim Menü-Kurier oder der Tagesbetreuung, zumal die Angebote unterschiedlich genutzt wurden.

Bei der Aufstellung der Haushalte kam die Sozialstation an Grenzen. Sie musste Angebote aufgeben und kam zur Erkenntnis, dass eine kleine Einrichtung all das nicht schultern kann. Eine andere Lösung musste her.

Der Eltmanner Bürgermeister Michael Ziegler ( CSU ), gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes, fasst zusammen: "In dieser Situation war es ein Glücksfall für unsere Sozialstation und auch für unsere Patienten , dass der Caritas-Kreisverband in Absprache mit der Diözese eingesprungen ist. Auch von den Mitgliedern und von allen Mitarbeitern wurde dieser Weg mitgegangen und mitgetragen." Die Mitglieder seien in einer Versammlung unterrichtet und der Trägerverein für Sankt Hedwig aufgelöst worden. Nach 45 Jahren sei es an der Zeit gewesen, der Sozialstation eine neue Struktur zu geben und sie auf wirtschaftliche Beine zu stellen.

Synergieeffekte

Die Pflegedienstleiterin Sabine Paeth vom Caritas-Kreisverband betont, dass man durch die Zusammenlegung nur eine Geschäftsführung benötigt und das Pflegemanagement von der größeren Struktur profitiert. Dies gehe von Vorteilen bei Einkauf und Beschaffung über das Fuhrparkmanagement bis hin zu gemeinsamen Fortbildungen. Im Moment bleibt eine Zweigstelle in Eltmann am Fichtenbach erhalten. Die Kunden der Sozialstation sind über die Neuorganisation informiert worden.

Teamleiterin in Eltmann ist weiterhin Christl Langjahr. Sie hält es für wichtig, dass Klienten weiter von ihrem gewohnten Personal betreut werden. "Unsere Mitarbeiter kennen ihre Kunden , und dieser soziale Kontakt ist äußerst wichtig. Man wächst ja bei vielen in die Familien mit rein."

Natürlich, so Christl Langjahr, erleben Betreuerinnen und Betreute derzeit erschwerte Bedingungen in der Pandemie, haben aber bisher Glück gehabt. "Auch unsere Mitarbeiter tragen schon länger FFP2-Masken, unsere Patienten werden regelmäßig getestet und lassen sich auch testen. Es sind auch schon die ersten Mitarbeiter geimpft , aber noch keine Patienten . Dabei ist die Impfbereitschaft beim Personal sehr groß und unsere Patienten warten darauf", erklärt die Teamleiterin.

Pflegedienstleiterin Sabine Paeth stellte fest, dass viele ältere Mitbürger unter den Einschränkungen der Pandemie leiden. Sie bedauern, dass sie von Kindern oder Enkeln nicht besucht werden und oft allein sind. "Ebenso findet keine Abwechslung durch Stammtische, Seniorennachmittage oder andere Veranstaltungen statt. Auch wir haben nur Augenkontakt, wo manchmal auch ein körperlicher Kontakt mit Händedruck schon etwas bewegen würde. Für Pflegebedürftigen ist es eine sehr harte Zeit, und die soziale Entbehrung ist noch schlimmer als die Pflege."