Sand — Bronze hatte er bereits im Jahr 2011 erhalten, jetzt gab es Silber für einen Hochkaräter unter den Kommunalpolitikern im Landkreis Haßberge. Bei einem Festakt in den Mainfrankensälen Veitshöchheim zeichnete Staatssekretär Gerhard Eck den langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Sand, Bernhard Ruß , mit der kommunalen Verdienstmedaille in Silber aus. Damit würdigte CSU-Mann Eck die Verdienste des SPD-Politikers um die kommunale Selbstverwaltung .

Der Sander engagiert sich seit 1978 in der SPD und amtiert seit 1993 als hauptamtlicher Bürgermeister in Sand. Drei Anläufe hatte es gebraucht, und er hatte einiges einstecken müssen, um den Chefsessel im Rathaus zu ergattern. Aber Bernhard Ruß ist ein Beißer – diese Qualität hatte er auch als Fußballer des FC mehr als einmal unter Beweis stellen dürfen. Hart aber fair: Der SPD ’ler ist stolz darauf, dass er nie eine Rote Karte bekommen hat. 2014 kandidierte er als Landrat des Landkreises Haßberge – erst in der Verlängerung, der Stichwahl musste er sich Wilhelm Schneider ( CSU ) geschlagen geben.

Vor seiner politischen Karriere hatte er Lehramt studiert und in Baden-Württemberg als Journalist gearbeitet. Doch die „berufliche Erfüllung, die mir immer Spaß gemacht hat“, so hat Ruß stets betont, fand er in der Politik. Eine derart lange Amtserfahrung wie er bringt keiner der heutigen Bürgermeister im Landkreis Haßberge mit. Daher ist er überparteilich ein gefragter Berater in kommunalen Fragen. Seit 1996, also mittlerweile 25 Jahre, gehört der verheiratete Vater einer Tochter dem Kreistag Haßberge an und war auf Kreisebene unter anderem als Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Landrat aktiv. Seit 2008 bringt er seine Erfahrung auch im unterfränkischen Bezirkstag ein.

Viel geleistet

Gerhard Eck würdigte die enorme Schaffenskraft, mit der der heute 67-Jährige seit insgesamt mehr als drei Jahrzehnten auf allen drei Ebenen der kommunalen Selbstverwaltung wirke. Als Gemeinderat und langjähriger Erster Bürgermeister trage er großen Anteil an der positiven Entwicklung der Gemeinde Sand am Main . „Er hat viele Projekte auf den Weg gebracht und umgesetzt, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass die Gemeinde heute über eine hohe Lebensqualität verfügt und als Freizeit- und Erholungsgemeinde im Landkreis bekannt ist“, befand Eck.

Neben notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen auf dem Gebiet der Wasserversorgung und der Wasserentsorgung wurden Gewerbe- und Industriegebiete ausgewiesen und Bauland für junge Familien geschaffen. Um die Attraktivität der Gemeinde zu steigern, wurde der Ortskern mit dem Rathausplatz neugestaltet. Die Schule wurde generalsaniert und die Zahl der Kinderbetreuungsplätze kontinuierlich erhöht. Die bestehende Turnhalle wurde mit neuester Technik als Sport- und Kulturhalle umgebaut.

Sand verfügt zudem über ein im Landkreis Haßberge einmaliges Kunstrasenspielfeld, dessen Bau eng mit dem Namen von Bernhard Ruß , dem begeisterten Fußballer, verbunden ist. Dem früheren Gymnasiallehrer seien Schule und Bildung echte Herzensanliegen, sagte der Innen-Staatssekretär. Die damit verbundenen Aufgaben fördere er nach Kräften. Als profunder Kenner des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes sei er auch für Amtskollegen und andere politische Mandatsträger ein gefragter Ansprechpartner.

Seit 25 Jahren ist Bernhard Ruß Mitglied des Kreistags Haßberge. Die Kreispolitik hat er über viele Jahre hinweg als Fraktionsvorsitzender und weiterer Stellvertreter des Landrats mitverantwortet. Bei der Kommunalwahl 2014, als es um die Nachfolge Rudolf Handwerkers ging, war Ruß für den heutigen Landrat Wilhelm Schneider ein starker Konkurrent. Der SPD-Kandidat konnte vor allem im Maintal viele Stimmen sammeln, während der damalige Bürgermeister von Maroldsweisach im Norden des Kreises dominierte. Inzwischen scheinen solche Nord-Süd-Differenzen weitgehend vergessen zu sein. Obwohl Bernhard Ruß ein Mann ist, der ein klares Wort schätzt – und auch ausspricht.

Auf Bezirksebene

Seit 13 Jahren bringt Bernhard Ruß seine politische Erfahrung auch als Mitglied des Bezirkstags Unterfranken ein. Darüber hinaus ist ihm die interkommunale Zusammenarbeit ( Fünf-Sterne-Gemeinden , Abt-Degen-Weintal , Lebensregion Plus) ein wichtiges Anliegen. Politische Weggefährten schätzen ihn als „Anpacker“ und „Teamplayer“.

Neben Ruß wurden bei der Veranstaltung elf weitere Politiker gewürdigt, darunter der langjährige Bürgermeister von Breitbrunn Günther Geiling ( CSU ), über den wir in der Ausgabe am Dienstag ausführlich berichtet haben.