Bereits 2016 hatte das damalige Bundeswirtschaftsministerium die Förderung von Existenzgründerseminaren eingestellt und bezuschusst stattdessen individuelle Beratungsleistungen. Nach Auffassung von Michael Brehm, Wirtschaftsförderer im Landkreis Haßberge, ein falscher Ansatz. Denn zu einem erfolgreichen Unternehmensstart gehört seiner Meinung nach auf jeden Fall ein umfassendes Grundlagenwissen. „Eigene Stärken, Alleinstellungsmerkmale, Betriebsstrukturen, Kalkulation, Werbeinstrumente und vieles mehr müssen zunächst gut durchdacht und ausgearbeitet werden, damit am Ende ein tragfähiges Businesskonzept für eine nachhaltige, erfolgreiche Selbstständigkeit entsteht“, so Brehm in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Die beiden Kammern – HWK und IHK – bemühten sich zwar, diese Lücke durch kostenlose mehrstündige Online-Seminare zu schließen; eine in die Tiefe gehende Wissensvermittlung sei aber auch mit diesen Angeboten nicht zu erreichen. „Das ist kein Vorwurf an die Kammern, denn auch sie müssen ihre Angebote finanzieren“, betont Brehm ausdrücklich. Ohnehin gehe die Nachfrage nach Gründerseminaren stets synchron mit den Entwicklungen am Arbeitsmarkt: je mehr Vollbeschäftigung, desto geringer die Gründerquote. Die Wahrscheinlichkeit nach einer steigenden Nachfrage nach Gründungsberatungen scheine also eher gering. Umso erfreuter zeigt sich der Wirtschaftsförderer des Landkreises darüber, dass seit kurzem in Ebern Gründungsseminare diese Lücke schließen. Sie werden gehalten von Christopher Schmitt, zertifizierter IHK-Gründungscoach, AVGS- und Bafa-Berater, und seiner Mutter Adelgunde (IHK-geprüfte Bilanz- und Lohnbuchhalterin, Lexware-Trainerin). Adelgunde Schmitt kann 45 Berufsjahre vorweisen.

Mit dem Angebot, Unternehmensgründer zu beraten, sind sie, wie das Landratsamt mitteilt, kürzlich in Ebern an den Start gegangen. Hierzu haben die beiden einen eigenen Seminarraum eingerichtet, der mit allem erforderlichen modernen Equipment ausgestattet ist.

Nachdem 2016 die Förderung für Gründerseminare eingestellt wurde, ist der Landkreis in die Bresche gesprungen; er versucht, durch seinen Zuschuss den Existenzgründern die Seminarbesuche „schmackhaft“ zu machen.

Die neuen, dreitägigen Seminare werden in Ebern für 400 Euro (netto) angeboten. Abzüglich des Zuschusses der Wirtschaftsförderung bleiben noch 300 Euro netto an eigenen Kosten. Diese können die Teilnehmer dann bei der ersten Steuererklärung gewinnmindernd als Betriebsausgabe geltend machen – „vorausgesetzt, sie lauschen aufmerksam den Ausführungen im Seminar “, wie es in der Pressemitteilung heißt. red