Kindergarten und Hort sollen bekanntlich neu gebaut werden. Seit langer Zeit plant die Gemeinde schon dieses Projekt. Aber nach der Bauausschusssitzung war plötzlich sogar ein anderer Standort im Gespräch. Der Grund: ein Vorentwurf, der mit einer nicht unerheblichen Kostensteigerung und Baukosten von circa 3,8 Millionen Euro vorgelegt wurde. Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch deutete sich dann doch eine Mehrheit für die Beibehaltung und eine Baumaßnahme im Bereich des bisherigen Kindergartens an.

Architekt Sebastian Pollach legte dem Gremium die aktuellen Pläne vor. Er ging dabei auf die Wärmeleitung vom Kindergarten zum Hort ein, die zur Folge habe, dass die bestehende Anlage mit Pellets im alten Kindergarten zu klein sei und entsprechend ausgetauscht werden müsste. Pollach erwähnte auch die Lüftung: Die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig eine solche Anlage ist. Allerdings mache sie rund zehn Prozent der Baukosten aus. „Aber die Lüftung kann man nicht wegdiskutieren. Man kann nicht einen Kindergarten für über 3,5 Millionen Euro bauen und dann keine Lüftung vorsehen“, betonte Pollach. Im Neubau des Kinderhorts koste die Lüftung rund 120 000 Euro, im Altbau betrügen die Kosten 100 000 Euro. Derzeit sei der Neubau mit 1,5 Millionen Euro ausgewiesen und die Generalinstandsetzung des Kindergartens mit 2,2 Millionen Euro . Die Kostenmehrung liege auch daran, dass die Preise für die Haustechnik „exorbitant nach oben“ gingen, wie der Architekt erklärte. Bei einer Gegenstimme wurde die Planung mit den genannten Kosten beschlossen. Die Verwaltung wurde beauftragt, einen verbindlichen Fördersatz bei der Regierung von Unterfranken zu erfragen.

Weiteres Thema

Die Gemeinderäte diskutierten ausgiebig die Frage, ob die Gemeinde zur Breitband-Versorgung ihr eigenes Glasfasernetz bauen und dieses dann an ein Telekommunikationsunternehmen vermieten sollte. Bürgermeister Alfons Hartlieb riet davon ab: „Da müssten wir selbst Geld in die Hand nehmen, das wir jetzt und in der Zukunft nicht haben. So etwas würde auch unser Haushalt nicht hergeben, und wir haben noch andere Prioritäten – siehe Kindergarten und Hort.“ Mit der knappen Mehrheit von 7:6 Stimmen entschied sich das Gremium für die Zusammenarbeit mit einem Telekommunikationsunternehmen und gegen ein eigenes Betreibermodell. gg