"Die Kreisstadt ist auf dem Weg zur ‚Smart City' und in diesem Zuge haben wir uns auch entschieden, den digitalen Parkschein einzuführen", sagte Bürgermeister Günther Werner am Dienstag bei einem Pressegespräch vor Ort am Marktplatz. "Das Parken per App bietet unseren Bürgerinnen und Bürgern eine sinnvolle Alternative zum Bezahlen mit Münzgeld. Gerade in Zeiten von Corona hat dies den Vorteil, dass kontaktlos, ohne den Gang zum Parkautomaten, ein Parkschein gelöst werden kann."

Der Autofahrer benötigt für das Lösen eines digitalen Parkscheins die Parkster-App auf seinem Smartphone . Die App ist für Android-Endgeräte auf Google Play und für das iPhone im App Store kostenlos erhältlich. Für den Parkvorgang gibt der Autofahrer sein Kennzeichen und die Parkdauer in der App auf seinem Smartphone ein.

Klarer Pluspunkt des digitalen Parkscheins gegenüber seinem gedruckten Kollegen: Der Autofahrer kann mit seinem Handy die Parkzeit im Rahmen der Höchstparkdauer verlängern oder verkürzen. Kein Grund mehr also, ein Knöllchen zu fürchten, wenn er noch im Café bleiben möchte oder es im Wartezimmer länger dauert. Kehrt er dagegen früher zu seinem Fahrzeug zurück, beendet er den digitalen Parkschein vorzeitig und spart so unnötige Parkgebühren .

30 Minuten gratis parken

In Haßfurt gibt es natürlich auch die klassische "Brötchentaste" in der App : Autofahrer können für schnelle Besorgungen auf ausgewiesenen Parkplätzen ein Gratisticket für 30 Minuten lösen. Ansonsten gelten beim Handyparken die gleichen Bedingungen und Gebühren wie beim Lösen eines Parkscheins mit Münzgeld. Kooperationspartner bei der App für das digitale Parken ist das Unternehmen Parkster. Es vermarktet Lösungen zur Parkraumverwaltung für Städte und Gemeinden, Tourismusverbände sowie Immobilienbewirtschafter und Parkraumbetreiber. Parkster wurde 2010 in Schweden gegründet und ist seit 2018 mit einer Tochtergesellschaft auch in Deutschland am Markt aktiv. Patrik Lundberg, Geschäftsführer von Parkster, war ebenfalls beim Pressetermin in Haßfurt dabei und sieht den Service seiner Firma als Zusatzangebot zur bestehenden Infrastruktur: "Wir wollen alle erreichen, deshalb verzichten wir auch auf die Angabe sensibler Kontodaten in der App ." Bezahlt werden kann per Überweisung oder wahlweise per Kreditkarte. Eine Rechnung wird monatlich kostenfrei per E-Mail zugestellt. Alternativ kann man auch eine Rechnung per Post bekommen, diese kostet aber einen Aufpreis von 2,99 Euro je Rechnung.

Handyparken wird gut angenommen

Christian Schneider , Leiter der kommunale Verkehrsüberwachung, und Verkehrssachbearbeiter Harald Bauer, der maßgeblich an der Einführung des Handyparkens und der Brötchentaste involviert war, bestätigen übereinstimmend: "Bereits in den ersten drei Wochen nach Einführung des Handyparkens können wir sagen, dass es viel besser als anfänglich gedacht von den Autofahrern angenommen wird." Zudem spart sich die Stadt auch einen Verwaltungsaufwand, denn es muss nicht mehr soviel Münzgeld wie früher gezählt werden. Aber wie wird eigentlich überwacht, ob jemand den digitalen Parkschein gelöst hat? Verkehrsüberwacherin Christa Göb zeigte es anhand eines praktischen Beispiels. Nach Eingabe des Kfz-Kennzeichens erscheint auf ihrem Smartphone sofort und in Echtzeit, wann der Parkschein gelöst wurde und ob er noch gültig ist. Göb und ihre Kolleginnen überprüfen das grundsätzlich bei jedem Fahrzeug , in dem kein analoger Parkschein sichtbar ist.