Unter dem Motto „Weil Ehrlichkeit am besten schmeckt“ hat die Familie Dietz in Bundorf in der Hauptstraße einen Hofladen eröffnet.

Das Motto ist gleichzeitig auch Geschäftsmodell. Denn die Kunden bedienen sich in dem kleinen Laden, der von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends an sieben Tagen die Woche geöffnet ist, nicht nur selbst, sondern legen den Zahlbetrag auch eigenständig in eine bereitstehende Kasse mit Wechselgeld.

Die Familie traut zwar ihren Kunden , hat aber zur Sicherheit auch eine Videokamera installiert. Die sei bislang jedoch nicht benötigt worden, sagt Landwirt Klaus Dietz .

Seit dem 26. September sei der Laden geöffnet. Das Geschäft laufe gut. Die Kunden seien zuverlässig und bezahlten ihre gekauften Waren ehrlich.

Angefangen hat es mit dem Verkauf von Milch und Eiern von eigenen Tieren. Dann stieß die Familie auf die Möglichkeit der Förderung über das Regionalbudget, das Läden, die der Daseinsvorsorge dienen, finanziell unterstützt. Da in dem 900-Seelen-Ort weit und breit keine Einkaufsmöglichkeit besteht, erhielt das Familienunternehmen die Förderung.

Neben Milch und Eiern aus eigener Produktion sind weitere Bio-Produkte wie Kürbisse, Öle, Gemüse , Kartoffeln , Honig, Mehl, Nudeln, Reis , Linsen, Unverpackt-Waren sowie Speiseeis im Angebot. Demnächst will die Unternehmerfamilie auch Fleisch von eigenen Rindern anbieten sowie Käse , den eine Käserei aus der Milch der eigenen Kühe herstellt.

Die Milch, die im Hofladen frisch gezapft werden kann, ist übrigens eine ganz besondere. Es handelt sich um sogenannte A2-Milch, die besser verträglich ist als die herkömmliche A1-Milch. Der Unterschied zwischen A1- und A2-Milch liege in der Zusammensetzung der Milch, einfach ausgedrückt in dem Eiweiß, erklärt der Bauer Klaus Dietz .

Ursprünglich seien alle Kühe A2-Kühe gewesen. Die A2-Milch sei daher die Ur-Milch. Aufgrund von Zucht, Modifizierung der Rinderrassen und Gen-Mutationen seien die Rinder zu A1-Kühen geworden. Die Milch, die heute hauptsächlich angeboten wird, stamme von solchen Rindern und ist A1-Milch. In Indien, Neuseeland, China und mittlerweile in den USA sei die A2-Milch wieder sehr gefragt. Untersuchungen zeigten, dass A2-Proteine vom Körper anders verdaut werden als A1-Proteine.

Es gibt Menschen, die sich nach dem Trinken normaler oder laktosefreier Milch nicht ganz wohl fühlen, die jedoch beschwerdefrei die A2-Milch genießen können. Auch frühkindliche Atemstillstände würden teilweise auf die Eiweiße von A1-Milch zurückgeführt. Wissenschaftler fanden heraus, dass es auch einen Zusammenhang zwischen Milchkonsum und koronaren Herzkrankheiten sowie Diabetes Typ 1 gibt.

Er habe selbst Kunden , so Klaus Dietz , die auf die A2-Milch schwören und die A1-Milch nicht vertragen. Sein Milchviehstall mit rund 200 Tieren produziere bereits zu 70 Prozent A2-Milch. Ziel seien die 100 Prozent, sagt er.

Seine Kunden kommen übrigens nicht nur aus Bundorf , sondern auch aus dem Maintal und dem Grabfeldkreis. Sein Geschäftsmodell scheint also zu funktionieren.