Der Hochwasserschutz im Ortsteil Salmsdorf ist schon seit vielen Jahren Gegenstand von Diskussionen im Marktgemeinderat . Nun stand ein Antrag einer Bewohnerin auf der Tagesordnung, die in einem Schreiben auf die Hochwasserproblematik aufgrund des kaputten Mönches im Löschteich hinwies, der dazu noch als Löschweiher und Fischteich genutzt werde.

Jasmin Stussak verwies auf eine Wahlkampfveranstaltung im letzten Jahr, als die Salmsdorfer Bürger auf diese Situation aufmerksam gemacht hatten. "Bereits im Jahr 2016 wurden Teile von Salmsdorf von extremen Sturzfluten überrascht. Schuld daran war und ist, dass der Löschweiher als Fischteich genutzt wurde/wird und eigentlich schon längst hätte ausgebaggert werden müssen. Zudem ist der Mönch kaputt. Dieser müsste saniert werden. Dies ist die Aufgabe der Marktgemeinde Rentweinsdorf ."

"Schnellstmöglich handeln"

Durch die Schneefälle und den anhaltenden Regen in den vergangenen Wochen habe sich die Situation erneut zugespitzt und das Wasser sei über die Kellergasse zur Dorfstraße hinuntergeströmt. Deswegen forderte sie in ihrem Antrag, dass schnellstmöglich gehandelt wird und Mittel für das Ausbaggern und das Erneuern des Mönches im Haushalt 2021 bereitgestellt werden.

Bürgermeister Steffen Kropp ( SPD ) bestätigte, dass der Teich bei Hochwasserlage "bis zur Oberkante" voll sei und die Gefahr bestehe, dass er überläuft. Laut Prüfung durch das Bauamt könne der Teich dann die Wassermenge nicht auffangen.

Martin Lang von der VG Ebern hatte in seinem Schreiben darauf verwiesen, dass der innerörtliche Hochwasserschutz am Laimbach in den Jahren 2010/2011 realisiert worden sei. Für den umfassenden Hochwasserschutz habe es aber eine Vorplanung gegeben, die drei Hochwasserrückhaltebecken und speziell am "Langen Grund" ein Rückhaltebecken mit einem Volumen von circa 20 000 Kubikmetern vorsah, das aber vom Marktgemeinderat abgelehnt und eingestellt worden sei.

"Da der Feuerlöschteich in seiner Funktion des Bereithaltens von Löschwasser immer gefüllt sein muss, kann er zu einer Verbesserung des Hochwasserschutzes in Salmsdorf nicht oder nur unwesentlich beitragen. Hochwasserereignisse aus Starkregen und Sturzfluten sind nur mit einem Konzept aus drei Hochwasserrückhaltebecken beherrschbar", lautet die Meinung der Verwaltung.

"Man muss es planen und wollen"

Für Bürgermeister Kropp war klar, dass die Gemeinde am Zug sei und mit dem Pächter sprechen müsse, damit dieser die Hecken zurückschneide, und dass man ihm mitteilen müsse, was die Gemeinde machen will.

Ludwig Bock (FW-ÜWG), selbst Salmsdorfer, erachtete den Mönch als keinesfalls mehr in Ordnung: "Er ist einfach nicht mehr funktionsfähig, und es besteht das Problem, dass man ihn nicht mehr regulieren kann. Ein Mönch, den du nicht regulieren kannst, ist kein Mönch", unterstrich er die kritische Situation. Man könne hier auch nicht bis 2025 warten, wenn der Pachtvertrag auslaufe, sondern müsse früher baggern. Bock: "Es nützt auch nichts, wenn man es hier im Gremium dreimal berät und es passiert dann nichts. Man muss es planen und wollen."

"Staubecken schaffen"

Stefan Horn (RUL) forderte, es mit dem Pächter abzuklären, und das sei nur im Herbst möglich, wenn das Wasser abgelassen wird. Kurt Schorn (RUL) schlug vor, das Wasser im See auf die Hälfte zu reduzieren, um bei starken Regenereignissen Wasser auffangen zu können. Dies sollte man auch in einen neuen Pachtvertrag einbringen. Er brachte aber auch noch andere Lösungsvorschläge in Richtung des Waldes ein: "Hier könnten wir Überfahrten erhöhen und damit Staubecken schaffen. Das wäre wenig Aufwand - man müsste das nur mit den Grundstücksbesitzern absprechen."

Das Gremium vergab weitere Arbeiten für den Um- und Anbau der Kita "Budenzauber": Fassadenbauarbeiten für 132 098 Euro, Trockenbauarbeiten für 66 882 Euro, Schlosserarbeiten für 17 013 Euro und Bodenbelagsarbeiten für 42 251 Euro. Ebenso sprach man sich dafür aus, für den Bauhof einen neuen Aufsitzmäher anzuschaffen. gg