Es gibt 27 Millionäre im Landkreis

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Vor der Haustür treffen Welten aufeinander: Es gibt 27 Einkommensmillionäre im Landkreis Haßberge. Gleichzeitig haben 27.200 Menschen einen Job – sie arbeiten vor allem im Handwerk, in der Industrie und in den Dienstleistungsbranchen.

Damit kommen im Landkreis Haßberge 1009 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten ausgerechnet. Die NGG Unterfranken beruft sich dabei auf Zahlen des Landesamts für Statistik und der Arbeitsagentur.

Ein großes Gefälle

„So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Kreis Haßberge aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Ibo Ocak. Der Geschäftsführer der NGG Unterfranken warnt „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Kreis Haßberge“.

Der Gewerkschafter appelliert an die Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD aus der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Ocak: „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“

Ungerechtigkeit

Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen. Auf keinen Fall dürfe Arbeit stärker besteuert werden als Kapitaleinkommen – also Zinsen, Dividenden von Aktien oder Kursgewinne . Denn dafür falle meistens nur eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an.

Gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung seien das A und O der Reformen, die der Bund jetzt anschieben müsse. „Ein Durchschnittspaar zahlt 43 Prozent Steuern und Abgaben“, sagt Ocak. red