Mit einer Ausstellung unter dem Motto "Bild und Skulptur" öffnet die "Galerie an der Stadtmauer" in Eltmann ab dem heutigen Donnerstag wieder ihre Pforten. Zu ausgewählten Bildern von Regine Jakob gesellen sich Keramiken von Helga Stegner. Die in Augsfeld lebende Künstlerin stellt erstmals in Eltmann aus und ist vom Ambiente der Galerie begeistert.

Als "mein zweites Leben" bezeichnet Helga Stegner die Zeit seit ihrer Verrentung, denn in diesen 19 Jahren konnte sie sich ganz auf ihr Keramiken konzentrieren. Bekannt ist sie unter anderem für ihre Großplastiken, die sie aber in Eltmann nicht zeigt. Dafür sehr eindrucksvolle Figuren mit Raku-Glasur.

Diese Technik hat sie über viele Jahre in Frankreich erlernt und dort auch die Brände ihrer Werke ausgeführt. Die Figuren sind auf den ersten Blick gar nicht als Keramik zu erkennen, wirken eher wie Werke aus Bronze. Dieser Effekt entsteht, weil die Keramiken glühend aus dem Ofen genommen und dann in Sägemehl gewälzt oder bestreut werden. Dieser Vorgang ist technisch herausfordernd, aber auch gefährlich und nur mit Schutzanzügen umzusetzen.

Deshalb wendet sie Helga Stegner in ihrer eigenen Werkstatt in Augsfeld nicht an. Hier gibt sie ihr Wissen auch in Kleingruppen weiter, wie sie das früher an der Volkshochschule getan hat. Doch das war dann auf die Dauer zu viel Organisations- und Transportaufwand.

Die Inspirationen für ihre Werke kommen teils aus ihren vielen Reisen durch die ganze Welt, oft aber auch ganz spontan bei einer Radtour oder einem Spaziergang durch die Stadt. "Dann sehe ich etwas, es kribbelt in den Händen, und ich muss auf kürzestem Weg in meine Werkstatt", sagt die Künstlerin lachend.

Helga Stegner freut sich über die Gelegenheit, in Eltmann auszustellen und auch in Corona-Zeiten ein kulturelles Angebot zu unterbreiten. Die Kombination mit den Werken von Regine Jakob findet sie gelungen, erklärte sie im Gespräch mit dieser Redaktion.

Gerold und Regine Jakob fieberten schon lange einer Wiederöffnung ihrer Galerie entgegen und versuchten in den vergangenen Wochen, über ihre Schaufenster den Passanten immer wieder neue Impulse zu vermitteln. "Jetzt haben wir wieder donnerstags, freitags und samstags von 16 bis 22 Uhr geöffnet; wir haben ein Hygienekonzept und freuen uns über jeden Gast", so Gerold Jakob.