Bei der Abschlusssitzung des Gemeinderates Untermerzbach in der Turnhalle der Grundschule am Dienstagabend gab es Ehrungen. Bürgermeister Helmut Dietz ( SPD ) freute sich, Mitglieder des Gemeinderates mit der Kommunalen Verdiensturkunde des Freistaates Bayern auszeichnen zu können. „Diese kann verliehen werden, wenn jemand mindestens 18 Jahre mitarbeitet“, sagte Dietz. Urkunden erhielten Gemeinderätin Birgit Finzel ( CSU ), die zu Beginn ihrer Gemeinderatstätigkeit 2002 die einzige Frau im Gremium war und in den Ausschüssen Kultur und als Jugendbeauftragte gearbeitet hat, Zweiter Bürgermeister Dieter Reisenweber ( CSU ), der im Rechnungsprüfungsausschuss und als Feuerwehrreferent tätig ist, und Robert Bohla ( CSU ), seit 2002 im Bauausschuss. „Ihr alle habt euch um unsere Gemeinde verdient gemacht“, sagte der Bürgermeister.

Dann wurde es weihnachtlich, denn die Bilder des Kindermalwettbewerbes wurden vorgestellt. „Insgesamt gab es 102 Einsendungen“, freute sich Helmut Dietz . Gewertet wurden die Arbeiten in drei Kategorien, nach dem Alter gestaffelt. Bei den Drei- bis Fünfjährigen gewann Emil Rebhan, bei den Sechs- bis Siebenjährigen Kurt Bayer und bei den Acht- bis Zehnjährigen Minna Karl. „Die Preise wurden von der Leseinsel in Ebern gestiftet und ich werde sie den Kindern demnächst überbringen“, sagte der Bürgermeister.

Wie sieht es im Wald aus?

Förster Wolfgang Gnannt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Schweinfurt, der den Gemeindewald von Untermerzbach fachlich betreut, sagte, dass die Jahre 2020/21 vom Klimawandel „im Hotspot der östlichen Haßberge“ geprägt waren. Fast alle Bäume, die Eiche ausgenommen, wurden „sehr stark gebeutelt“. 200 Festmeter Holz seien angefallen. „Schwerpunkt war hier das Recheldorfer Auholz“, sagte der Forstbeamte. Eine reguläre Nutzung habe sowohl 2020 als auch 2021 nicht durchgeführt werden können. Als Betriebsergebnis für 2021 nannte er 14 000 Euro . Auch auf Förderungen habe man zugreifen können, wobei die Bundeswaldprämie mit 12 004 Euro „eine ganz tolle Geschichte“ gewesen sei. Auch über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald (VNP Wald) habe man 12 615 Euro erhalten. 8941 Euro habe es an Zuwendungen für Wiederaufforstungsmaßnahmen gegeben. Gnannt warf einen Blick in die Zukunft und sagte, die Wiederaufforstung von Schadflächen sollte möglichst schnell vorgenommen werden. Auch hinsichtlich der Zertifizierungen FCS und PEFC wolle man am Ball bleiben, um hier finanzielle Vorteile schöpfen zu können. In Sachen Naturschutz sei man bei der Gemeinde Untermerzbach auf einem guten Weg. „Die Jagd ist aus forstlicher Sicht gesehen allerdings noch nicht im grünen Bereich“, erläutere Wolfgang Gnannt. Vor allem das Rehwild müsse, im Hinblick auf Naturverjüngung, kurz gehalten werden. „Hier müssen die Jagdpächter mitziehen, um uns bei den Bemühungen zur Naturverjüngung zu unterstützten.“

Dritter Bürgermeister und Waldreferent Gerald Karl (Bürgerblock, FWG) ging auf den Zustand des Gemeindewaldes ein. „Er hat sich nach drei verheerenden Trockenjahren in diesem Jahr leicht verbessert. Das ist aber nur eine kleine Atempause.“ Dem Waldboden fehle es an der nötigen Feuchtigkeit. Der Klimawandel schreite unerbittlich voran.

Nach den Berichten von Jugendreferent Stefan Scholl („Pandemiebedingt lief die Jugendarbeit auf Sparflamme) und Gemeinderätin Sandra Schramm ( CSU ), die auf die Wichtigkeit der acht Gemeindefeuerwehren hinwies („Unsere acht Wehren hatten 39 Einsätze und 614 Einsatzstunden“) und als Seniorenbeauftragte betonte, dass das Thema Senioren- und Pflegeheim Gleusdorf die Bürger immer noch beschäftige, meinte Bürgermeister Dietz: „Das Jahr 2021 war ein Jahr mit Hindernissen, und es ist vorerst keine Besserung zu erwarten.“ Deshalb müssten alle auch 2022 zusammenstehen und gegenseitig Rücksicht nehmen.

Blick in die Gemeindestatistik

Wie der Bürgermeister berichtete, fanden 2021 elf Gemeinderatssitzungen und drei Sitzungen des Haupt-, Umwelt- und Bauausschusses statt. Geburten gab es 15, Sterbefälle 22. Die Gemeinde hat 1753 Einwohner. Mit einen umfassenden Dank beendete der Bürgermeister seinen Rückblick. Zweiter Bürgermeister Dieter Reisenweber dankte seinerseits dem Bürgermeister für seine Arbeit und für den offenen Gedankenaustausch, wobei er auch die Verwaltung und den Bauhof mit einschloss.