Noch ist nicht geklärt, wie die künftige Wasserversorgung von Harsdorf und Ramsenthal erfolgen wird, denn bei einer Arbeitssitzung der Gemeinde Harsdorf mit den Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Hof blieb die Frage offen, ob ein Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken oder die Beibehaltung der beiden Tiefbrunnen favorisiert wird. Viel Zeit haben die beiden Ratsgremien von Harsdorf und Bindlach jedenfalls nicht mehr, denn hinsichtlich der Inanspruchnahme der Härtefallregelung stehen sie unter Zeitdruck: Maßnahmen für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserbeseitigung müssen bis zum 31. Dezember 2021 abgeschlossen sein.

Wie Bürgermeister Günther Hübner erläuterte, unterstützt die Staatsregierung die Kommunen seit Anfang 2016 in besonderen Härtefällen mit einer Härtefallförderung. Hierfür stehen pro Jahr bis zu 70 Millionen Euro zur Verfügung. Die Härtefallschwellen werden jetzt so weit abgesenkt, dass noch mehr Gemeinden einen Förderantrag stellen können. Es sollen außerdem zukünftig auch inner- und interkommunale Lösungen gefördert werden. Um der aktuellen Baupreisentwicklung Rechnung zu tragen, werden die Förderpauschalen bei teuren Maßnahmen angehoben. Und auch eine Deckelung der Zuwendungen entfällt künftig. Die neuen Richtlinien sind bereits zum 1. November 2018 in Kraft getreten. Durch Zuwendungen sollen wasserwirtschaftliche Vorhaben von öffentlichem Interesse gefördert werden, die ohne Zuwendungen nicht oder nicht im notwendigen Umfang durchgeführt werden könnten. Damit sollen auch unzumutbar hohe Gebühren- und Beitragsbelastungen für die Bürger vermieden werden.

Einen solchen Härtefall sieht Bürgermeister Günther Hübner bei der bevorstehenden Entscheidung mit der zentralen Wasserversorgung für die Gemeinde Harsdorf und den Ortsteil Ramsenthal der Nachbargemeinde Bindlach sowie den geplanten Abwassermaßnahmen im Tulpenweg und der Blumenstraße als gegeben an. Um in den Genuss einer Förderung zu kommen, müssten die bisherigen Kosten bis ins Jahr 1991 aufgezeigt werden. Bürgermeister Hübner: "Der Verwaltung liegen diese Zahlen nur bis Anfang der 2000er Jahre vor. Aktuell hoffen wir darauf, dass die Gemeinde Bindlach noch ergänzende Unterlagen liefern kann."

In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses war man sich einig, so der Bürgermeister, dass man - sollten die Kosten nicht mehr zurück bis ins Jahr 1991 dargestellt werden können - einen Durchschnitt der vorliegenden Jahre berechnet und diesen für die fehlenden Jahre mit ins Förderprogramm einfließen lässt. Fest steht, dass der Sockelbetrag für eine Förderung auf jeden Fall erreicht wird. Die Förderung beträgt je nach Vorhaben bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten.

Was die Entscheidung zur künftigen Wasserversorgung angeht, muss sich der Gemeinderat darüber im Klaren sein, so Bürgermeister Hübner, dass eine Beibehaltung der beiden Tiefbrunnen ohne eine deutliche Vergrößerung des Wasserschutzgebietes keine Aussicht auf eine wasserrechtliche Genehmigung habe. Klar ist aber auch, dass ein Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken für die Gemeinden Harsdorf und Bindlach leichter zu finanzieren ist.

Bürgermeister Günther Hübner: "Es ist keine leichte Entscheidung, aber sie muss bis zum Sommer 2019 stehen." Durchaus möglich, dass noch eine Bürgerversammlung davor geschaltet wird. Gemeinderat Thomas Böhner (FW) war der Meinung, dass eine Entscheidung im Gemeinderat Harsdorf erst dann einen Sinn macht, wenn die Nachbarn aus Bindlach sich für die künftige Wasserversorgung von Ramsenthal festgelegt haben.

Zur Datenschutzbeauftragten wurde die Mitarbeiterin der Verwaltungsgemeinschaft Trebgast, Lisa Keyßner, bestellt.