Klaus-Peter Gäbelein Sie hatten ihren Vornamen im Dreierpack in die Wiege mitbekommen, die drei Nachkriegsbürgermeister: alle hießen Hans! Und alle drei - Hans Maier, Hans Ort und Hans Lang - setzten Akzente in und für Herzogenaurach, ihre Heimatstadt.

Wie seine Vorgänger wurde Hans Lang nicht als Bürgermeister geboren. Wie Hans Maier und Hans Ort musste er hart arbeiten und sich vieles erkämpfen, wenngleich ihm sicher zugute kam, dass der parteipolitische Boden für ihn bereits durch seinen Vorgänger und Lehrmeister geebnet worden war. Das soll jedoch seine Leistungen nicht schmälern: Lang war stets auf dem Laufenden, immer aufgeschlossen für Neues und trotzdem mit einem Blick auf Althergebrachtes und vor allem auf seine Heimatstadt, deren bauliche Erhaltung und wirtschaftliche Entwicklung ihm immer am Herzen lag. Das alles waren wesentliche Merkmale seiner 18-jährigen Amtszeit (1990 - 2008).

Systematisch hochgearbeitet

Hans Lang war bei seinem Amtsantritt 1990 kein Neueinsteiger. Systematisch akribisch hatte er sich in der Christlich Sozialen Union emporgearbeitet, 1972 war er in den Stadtrat gewählt worden und ab 1978 hatte er als Dritter Bürgermeister und Mitglied des Kreistags Erlangen-Höchstadt reichlich politische Erfahrung sammeln können. Gleichzeitig stand ihm mit Wolfgang Falck ein wortgewaltiger, argumentationsstarker Fraktionsvorsitzender (1980 bis 1987) zur Seite, ihm folgte Heinz Wirth ab 1987. Somit waren für den Zollbeamten Hans Lang die Weichen gestellt.

Als Bürgermeister bewies Lang vom ersten Tag seines Amtsantritts klaren Sachverstand, behielt stets klaren Kopf und vertraute auf seine kompetenten Mitstreiter. Dazu zählten zum Beispiel die Vorsitzende der Frauenunion, Doris Wüstner, oder das fränkische Urgestein, der Welkenbacher Georg Erhardt, der auch einmal mit der Faust auf den Tisch haute, wenn im Stadtrat zu viel "geschwafelt" wurde. Mit einem sicheren Blick für das Machbare erwarb Hans Lang bei seinen Mitbürgern Anerkennung, Wertschätzung und dank seiner menschlichen Art auch Zuneigung; als großer Dirigent verstand er es, in seiner Rathauspolitik auszugleichen und einvernehmliche Lösungen zu finden.

Vater der "World of Sports"

Nicht vergessen werden dürfen die Probleme, die er zu Beginn seiner Amtszeit zu bewältigen hatte: Ein eklatanter Gewerbesteuereinbruch hatte gravierende Auswirkungen auf die städtische Finanzpolitik. Mit dem Golfkrieg und dem Abzug der US-Streitkräfte 1992 galt es, das Gelände auf der Herzo Base kostengünstig zu vermarkten. Wie die Stadt mit Hans Lang das meisterhaft geschafft hat, davon kann man sich bei einem Spaziergang über die "World of Sports" überzeugen. Ähnliches gelang unter seiner Federführung auf dem Puma-Gelände im Bereich der Nordumgehung. Auch die Puma-Zentrale blieb Herzogenaurach erhalten. Bleibt noch der Blick auf den größten Arbeitgeber der Stadt: das Schaeffler-Imperium. Das Verhältnis zur Firmenzentrale und zu Maria Elisabeth Schaeffler-Thumann hat Hans Lang stets auf eine Basis vertrauensvoller Zusammenarbeit und gegenseitiger Wertschätzung gestellt.

Trotz des sehr guten Verhältnisses zu den Großunternehmen hat der spätere Ehrenbürger den Mittelstand nicht außer Acht gelassen: den Einzelhandel und kleinere, aber nicht unbedeutende Unternehmen. Es gab viele Geschäftsgründungen im Norden der Stadt, Handwerksbetriebe oder Unternehmen der High-Tech Branche. Mit der Ansiedlung der Fachklinik im Westen der Stadt gelang ihm ein weiterer Volltreffer. Zusätzlich gelang ihm mit dem Ausbau von Bildungseinrichtungen (Volkshochschule, Schul-Um- und Neubauten, Schaffung zusätzlicher Kindergärten u.a.) und der Einführung der Kulturtage, der Unterstützung des Baus der neuen evangelischen Kirche sowie der Unterstützung der katholischen Gemeinden für ihre Orgelbauten auf dem Bildungssektor Wesentliches. Ein oder vielleicht sogar der kulturelle Höhepunkt seiner Amtszeit schlechthin waren die Veranstaltungen zur 1000-Jahr-Feier von "Uraha". Unvergessen wird vielen Bürgern der historische Festzug 2002 in Erinnerung blieben.

Ehrungen im In- und Ausland

Unter Hans Lang wurden die Beziehungen zu den Partnerstädten Nova Gradiska, Wolfsberg und Kaya nicht nur gepflegt, sondern auch weiter ausgebaut. Eine Reihe von Auszeichnungen verdiente sich Hans Lang: Der kroatische Staatspräsident überreichte ihm den Orden "Katarina Zrinske" (Dichterin), die Stadt Wolfsberg verlieh ihm den Ehrenring. Damit nicht genug: Seine Heimatstadt Herzogenaurach verlieh Hans Lang die Stadtmedaille in Gold, ebenso die Stadtjubiläumsmedaille, 2008 erhielt er die Ehrenbezeichnung "Altbürgermeister". 2013 wurde er vom Landkreis für sein 35-jähriges Engagement im Landkreis ausgezeichnet, nachdem ihm ein Jahr zuvor von Staatsminister Günter Beckstein das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht worden war. Die Zahl der Ehrungen und Auszeichnungen von lokalen Vereinen und Organisationen würde hier den Rahmen sprengen.

Fazit: Altbürgermeister Hans Lang hat sich um seine Heimatstadt mehr als verdient gemacht!

Heute genießt der 78-Jährige seinen Ruhestand gemeinsam mit seiner Frau Helga und einer großen Familie.