Der Bau- und Umweltsenat lehnte bei seiner Sitzung am Dienstag erneut den Bauantrag zur Errichtung einer Güllelagune in Blumenrod ab. Schon im Mai 2020 wurde dem damaligen Antragsteller Marius Steiner ein negativer Bescheid erteilt. Nun tritt als Antragsteller die Nährstoff Logistik GbR auf. Sie konnte einige Argumente der damaligen Ablehnung widerlegen. Als Verbesserungen führte sie die direkte Zufahrt von der Kreisstraße aus, die Eingrünung, den Erosionsschutz sowie den Sicht- und Immissionsschutz an. Das fanden die Senatsmitglieder gut. Auch die Zusage, die Anlage mit einer so genannten Blähtonschicht abzudecken, wurde positiv bewertet, auch wenn sie nicht die gleiche Wirkung wie eine Folienabdeckung erzielt. Allerdings gab es keine ergänzenden Aussagen zur Entwässerung.

Entscheidend für die Ablehnung war jedoch, dass die Stadträte das Gefühl hatten, das ganze Vorhaben könnte im doppelten Wortsinne ausufern, weil die Privilegierung, die für landwirtschaftliche Projekte gilt, ausgereizt werden könnte. Immerhin soll diese Güllelagune 25 mal 80 Meter groß werden. Auch wenn nunmehr eine GbR als Antragsteller auftritt, ist aus Sicht des Gremiums das "Einlagern von Wirtschaftsdünger" vorgesehen, wobei nicht sichergestellt sei, dass nur die drei beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe einlagern. Es könnte nicht garantiert werden, dass nicht weitere Gesellschafter auftreten, die Gülle einlagern möchten. Das könnte zur Folge haben, dass weitere Güllereservoirs angelegt werden. Grundsätzlich sei jedoch der Bau einer solchen Anlage nicht ausgeschlossen, sofern er über die Bauleitplanung der Stadt Rödental abgewickelt werde.

Eine Güllelagune - das stinkt einigen Blumenroder Bürgern. Dem Senat lag eine Unterschriftenliste von Gegnern des Vorhabens vor. Stadtrat Gerd Mücke (CSU) verstand die Angst vor Gestank, da die nächste Wohnbebauung kaum 500 Meter vom geplanten Standort entfernt beginne. Mücke schlug einen anderen Standort vor: "Warum in Blumenrod? Es könnte ja auch woanders sein."

Ja zu Photovoltaikanlage

Genehmigt wurde dagegen eine Bauvoranfrage der Firma Saint Gobain, die an der Einberger Straße eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten möchte. Laut Bauamtsleiter Günter Benning liegt das Vorhaben im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes. Es wurde allerdings zur Auflage gemacht, dass die Einspeisung in das Netz der Stadtwerke Rödental erfolgen muss. dav