Vor 50 Jahren errangen die "Rothosen" mit ihrem Trainer Richard Mohnkorn die Meisterschaft in der Bezirksliga West und schafften damit den Aufstieg in die Landesliga. Am Freitag war die ehemaligen Meistermannschaft im Gasthaus s'Antla zusammen gekommen, um auf dieses Jubiläum anzustoßen und in Erinnerungen zu schwelgen. Immerhin begann mit diesem Erfolg eine sehr erfolgreiche Phase der Vereinsgeschichte des FC Kronach.
Organisiert hatte die kleine Feier der damalige Torwart und spätere langjährige Funktionär Lorenz Mayer, der unter anderem die Ehefrau und den Sohn des Meistertrainers, Rosemarie und Michael Mohnkorn, sowie Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein begrüßen konnte. "1965 haben wir die A-Klassen-Meisterschaft nach Kronach geholt, danach die Bezirksliga aufgemischt, die Meisterschaft eingefahren und somit den Grundstein für die Landesliga Nord gelegt. 1971 haben wir sogar den Aufstieg in die Bayernliga geschafft", erinnerte der ehemalige Vorsitzende.
In der FCK-Familie sei es eine herrliche und erfolgreiche Zeit gewesen, vor allem auch weil man nach Karl Simko mit Richard Mohnkorn einen sensationellen Trainer an die Hammermühle holen konnte. "Unvergesslich war seine Menschenführung; charakterlich war er eine Größe", lobte er. Kapitän Helmut Schmidt habe damals eine komplett funktionierende Mannschaft aufs Feld führen dürfen. Nachwuchskräfte seien zu festen Größen und Stammspielern herangereift. Wolfgang Graf und Gerhard Simon kümmerten sich zusätzlich um den Schüler- und Jugendbereich, wodurch der Unterbau für Jahre gesichert wurde.
"Wir waren in dieser Zeit ein erfolgreicher Fußballverein, ein Aushängeschild für die Stadt und den Landkreis Kronach. Wir Spieler mit unseren Trainern können auf das Geleistete stolz sein", sagte Mayer und bedauerte, dass die ehemaligen Meisterfotos nicht mehr im Sportheim zu sehen seien. Der damaligen Mannschaft tue es schon etwas weh, was aus dem Verein geworden sei.


Frauen haben mitgezogen

Mayer erinnerte an unvergessene Urlaube und Faschingsveranstaltungen, an den Abstieg aus der Bayernliga 1972, an die Jahre in der Landesliga und an die Rückkehr in die Bayernliga 1987, als der FCK nochmals für zwei Jahre in der damals dritthöchsten Liga spielte. Diese Erfolge seien nur möglich gewesen, weil die Kameradschaft großgeschrieben worden sei und weil sowohl Spieler als auch der Vorstand gepasst hätten. Ein weiteres Plus seien die Fußballer-Frauen gewesen, die immer mitgezogen hätten.
Er freue sich, dass die Familie Mohnkorn den Kontakt nach Kronach aufrecht erhalten habe und auch Wolfgang Beiergrößlein, der Sohn des damaligen Spielleiters Toni Beiergrößlein, dem FCK nach wie vor sehr verbunden sei, sagte Mayer. Sein Dank galt den beiden Mitorganisatoren Werner "Bond" Wicklein und Klaus "Brass" Wachter für die Unterstützung. Bei solchen Veranstaltungen gehe es darum, die Tradition zu wahren und die Kameradschaft zu pflegen. Die Familie Mohnkorn bedachte er mit einer süßen Leckerei und einem von allen Spielern signierten Buch über Kronach.
Michael Mohnkorn erzählte, dass er sich zwar an den Aufstieg nicht mehr erinnern könne, aber als junger Mann öfters mit seinem Vater nach Kronach gefahren sei. "Diesen Zusammenhalt heute zu erleben, ist für mich sehr rührend. Diese Verbundenheit geht einem direkt ins Herz", meinte er. Auch seine Mutter erinnerte sich gerne zurück: "Mein Mann sagte damals zu mir, ich solle ihm ein bisschen Freiraum für seinen Sport geben - und das habe ich gerne getan."


6000 Zuschauer gegen 1860

Die Meisterkicker hätten ein Stück Fußballgeschichte geschrieben und Kronach über die Grenzen des Frankenwalds hinaus bekannt gemacht, sagte Wolfgang Beiergrößlein. "Wir hatten namhafte Mannschaften wie den TSV 1860 München an der Hammermühle zu Gast - mit 6000 Zuschauern bei strömendem Regen. Die damalige Meisterschaft war der Grundstein für den steilen Aufstieg der Mannschaft bis in die Bayernliga."
Der Bürgermeister dankte Lorenz Mayer und dessen Mitstreitern dafür, dass sie die Erinnerung an die alten Zeiten bewahren. Welche tolle sportliche Heimat der FC Kronach biete, habe er selbst erfahren, als er in jungen Jahren als aktiver Fußballer im Einsatz gewesen sei und später auch im Vorstand gewirkt habe. "Ihr wart mir immer Vorbilder - als Sportler wie auch als Menschen", sagte er.
Namens der Mannschaft dankte Helmut Schmidt dem Hauptorganisator Lorenz Mayer für sein großes Engagement. Dem offiziellen Teil folgte ein gemütliches Beisammensein mit so manchen Anekdoten.