Bernhard Panzer Für einen Betrag von 86 000 Euro lässt die Stadt den Zustand ihres Straßennetzes erfassen. Sämtliche städtischen Straßen sowie auch Geh- und Radwege werden erfasst und hinsichtlich mehrerer Kriterien bewertet, wie beispielsweise der Belag oder Schäden, Ebenheiten oder Einbauten.

Für Christian Bendler vom Bauamt ist das ein moderner Baustein in der Planung für die Zukunft, den jede Kommune haben sollte. Über Luftbilder bekomme man eine besondere Betrachtungsweise. Man wolle jetzt alles erfassen, was geht, sagte Bendler. "Packen wird das jetzt mal an."

81 Cent pro Meter

Der neue SPD-Fraktionschef Holger Auernheimer begrüßte das, auch als Techniker. "Man braucht eine Basis". Und Bürgermeister German Hacker (SPD) bezifferte die Kosten als gering. Hochgerechnet auf das mehr als hundert Kilometer lange Straßennetz ergäben sich 81 Cent pro Meter.

Abgelehnt wurde die Maßnahme von Retta Müller-Schimmel von den Grünen. Sie hielt es in der jetzigen Situation nicht für notwendig und angebracht, solche Dinge einfach durchzuwinken. Zum einen sei das keine Pflichtaufgabe, zum anderen stehe man unmittelbar vor einer neuen Sitzungsperiode. Und letztlich wisse wegen der Coronakrise niemand, welche Kosten auf die Stadt zukommen: "Wir werden bald weniger Geld in der Tasche haben." Die grüne Stadträtin hätte den Beschluss am liebsten verschoben.

Holger Auernheimer betrachtete das anders. Gerade in der jetzigen Krise müsse die öffentliche Hand Aufträge vergeben, vor allem an kleine Firmen. Man müsse sie am Leben erhalten.

Schadhafte Kanäle

Ebenso beschlossen wurde der zweite Abschnitt der Kamerabefahrung im städtischen Kanal. Heuer stehen weitere 20 Kilometer an, die optisch auf Schäden überprüft werden. Die Firma GBI aus Herzogenaurach wird die Planungsleistungen für 160 000 Euro übernehmen.

Des Weiteren wurden zwei Tiefbaumaßnahmen besprochen. In der Kant- sowie der Wieland- und Fichtestraße wird ein dringender Handlungsbedarf für den Kanalbau gesehen. Die geplanten Arbeiten umfassen den Neubau des Kanals sowie des kompletten Straßenbereichs. Die Gesamtkosten werden auf 1,7 Millionen Euro in der Kantstraße sowie 1,9 Millionen Euro im Bereich Wieland- und Fichtestraße beziffert. Beide Maßnahmen sollen bis Ende 2022 abgeschlossen sein. Vergeben wurden nun die Planungsleistungen. Den Auftrag erhielt jeweils die Firma GBI für rund 180 000 beziehungsweise 200 000 Euro.