Vor einigen Jahren hatte Karl Partenfelder aus Felkendorf einen Heizungsbrand bei sich zu Hause, um 2 Uhr morgens. "Alle waren da und haben geholfen", erinnert sich der 62-Jährige. Dieser Gemeinschaftssinn sei es gewesen, der ihn im Jahr 1971 dazu bewogen hatte, der Freiwilligen Feuerwehr beizutreten. Zusammen mit seinen beiden Kameraden Willi Tschesche und Roland Pfaffenberger wurde Partenfelder nun bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Felkendorf aus dem aktiven Dienst verabschiedet.
53 Mitglieder hat die Felkendorfer Feuerwehr, fast die Hälfte der gesamten Einwohnerzahl des Ortes. Trotz des im Moment noch großen Engagements bereitet dem Vorsitzenden Michael Ganzleben der Nachwuchs Sorgen. "Viele ältere Mitglieder werden in den kommenden Jahren ausscheiden", sagt er. Es gäbe im Dorf kaum Jugendliche, die nachrücken könnten. Ganzleben sieht das Problem unter anderem in einem sich ändernden Berufsleben. Durch Schicht- und Außendienst habe man im Notfall vor Ort keine Leute mehr, so Ganzleben. Zudem wird die tatsächliche Freizeit immer weniger, das Interesse an anderen Hobbys wächst. Die Felkendorfer haben sich bereits im Jahr 1990 um Verstärkung bemüht und eine Damenwehr gegründet. Immerhin elf von den aktuell 34 aktiven Feuerwehrmitgliedern sind Frauen in sämtlichen Altersstufen. Auch hier stehen in den kommenden Jahren Verabschiedungen an.
Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann lobt das Herzblut und Engagement der Ehrenamtlichen. Er sagt: "Ohne unsere Feuerwehren könnten wir die Sicherheit im Landkreis Kulmbach nicht gewährleisten." Um die Gemeinden besser zu unterstützen, will der Landkreis sein Zuschusssystem künftig flexibler gestalten. "Wir müssen weg vom Gießkannenprinzip und da fördern, wo es notwendig ist", so Kunstmann. Die Personalstärke der Feuerwehren würdigt der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther. Denn auch die noch so große Anschaffung nutze nichts, wenn keine Leute da seien, um sie zu bedienen.
Kreisbrandinspektor Siegfried Zillig betont, dass der Feuerwehrdienst weder mit einem Beruf noch mit einem anderen Ehrenamt vergleichbar sei. "Der Feuerwehrdienst erfordert täglich 24 Stunden Einsatzbereitschaft", betont Zillig. Dazu kommen regelmäßige Übungen, sowie der Umgang mit technischen Neuerungen. Vor allem beim Thema Digitalfunk besteht dem Kreisbrandinspektor zufolge Nachholbedarf. Denn es sei ungeschickt, wenn man beim Einsatz feststelle, dass der Akku leer ist oder die Geräteeinstellungen verändert wurden. Ähnlich wie Smartphones benötigen die digitalen Funkgeräte regelmäßige Software-Updates. "Wenn Schulungsbedarf besteht, kommt gern einer von uns vorbei", sagte Zillig.
Gemeinsam mit Kommandant Robert Nauen und Vorsitzendem Michael Ganzleben ehrten Kunstmann, Bernreuther und Zillig den 58-jährigen Feuerwehrmann Werner Bergmann für 40 Jahre aktive Dienstzeit. Neben einer Ehrenmedaille gab es einen Freiplatz im Feuerwehrerhohlungsheim in Bayrisch Gmain. Landwirt Bergmann gibt zu, dass es nicht immer einfach war, zeitlich alles unter einen Hut zu bringen. "Wenn man Kompromisse schließt, dann funktioniert das", sagt er. Es gehöre zur Dorfgemeinschaftu, dass einer für den anderen da ist. Adriane Lochner