Der Höchstadter Martin Grau hat das Hauptrennen des Forchheimer Nikolauslaufs gewonnen. Bei der 40. Auflage der Veranstaltung auf der Sportinsel entschied er die zehn Kilometer für sich. Nach der verkorksten Saison und einer ungewöhnlich langen Laufpause hatten sich der Hindernisläufer und sein Trainer Markus Mönius im Herbst zusammengesetzt. Eine der Erkenntnisse: Der Biengartener solle ohne Druck - von welchen Seiten auch immer - und mit der nötigen Ruhe an die Sache herangehen.


Auch Schwimmen und Radfahren

So startete Grau mit einem reduzierten Pensum und immer auf seinen Körper hörend in die neue Vorbereitung. Auch Wettkämpfe sollten erstmal nicht auf dem Programm stehen, dafür ein abwechslungsreiches Training mit Alternativen wie Schwimmen, Radfahren sowie viel Gymnastik und Athletik. Sein Staffelstart beim Fränkische-Schweiz-Marathon und die Teilnahme am ERH-Vitallauf waren reine Trainingsläufe.
Auch der Forchheimer Nikolauslauf sollte unter diesem Gesichtspunkt stattfinden, weshalb er nicht im Namen seines Vereins LSC Höchstadt, sondern im Team von knapp 40 Adidas-Kollegen startete. Strahlender Sonnenschein begrüßte die 400 Teilnehmer des Hauptlaufs. Nach dem Start führte eine Gruppe Äthiopier das Feld in die Eingangsrunde auf der Bahn, kurz danach übernahm aber Martin Grau mit Patrick Weiler vom LAC Quelle Fürth die Führung, die sie mit jeder der 2,5 Kilometer langen Runden um die Sportinsel ausbauten.
Eingangs der dritten Runde forcierte der Sportsoldat das Tempo und schüttelte seinen größten Widersacher ab. Im Ziel zeigte die Uhr 31:35 Minuten - die zweitbeste Zeit für den 24-Jährigen, auch wenn er diese Strecke noch nicht so oft gelaufen war. "Der eingeschlagene Weg zeigt, dass Martin auch mit reduzierten Umfängen, aber vor allem ohne Druck und mit viel Spaß zu guten Leistungen fähig ist", stellte Mönius fest.
Weiler kam 14 Sekunden später als Zweiter ins Ziel. Sein "Tempomacher" aus Höchstadt hatte ihm erstmals zu einer Zeit unter 32 Minuten verholfen. Platz 3 ging an Dominik Mages (LAC Quelle/33:10). Mit Zugpferd Marco Kürzdörfer (LSC/34:38/Platz 9) erreichte Team Adidas den Mannschaftssieg. Hartmut Grau finishte in der M55 als Fünfter (43:57).


Streckenrekord klar gebrochen

Bei den Frauen blieben die ersten Drei unter dem Streckenrekord. Es gewann die in Forchheim wohnende Kenianerin Brendah Kebeya (LAC). "In fünf Minuten bin ich daheim", sagte die Siegerin, die zum Duschen tatsächlich kurz nach Hause verschwand, zur Siegerehrung aber zurück war. Mit 35:24 Minuten verbesserte sie den Streckenrekord um über eine Minute. Mit Babinja Wirth (TSV Ebermannstadt/36:25) und Anna Schmidt (LAC/36:29) blieben auch die weiteren Medaillengewinner unter der alten Bestmarke.
Gleichzeitig wurde in Fürth der Sprintcup ausgetragen. Erfolgreichster Nachwuchsathlet des LSC Höchstadt war Leon Peters (Jahrgang 2002). Er belegte mit 8,09 Sekunden über 60 Meter und 3,52 über 30 Meter den zweiten Platz in seiner Altersklasse. Mila Hippenstiel (W12) und Katrin Köberlein (U18) sammelten zumindest wertvolle Erfahrungen. moe/red